Tokio (dpa) - Für den ganz großen Sprung an die absolute Frauen-Weltspitze waren die Akkus am Ende einfach zu leer, doch nach WM-Rang sieben blühten im Lager des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) die Träume von einer erfolgreichen Zukunft.

«Dies gibt berechtigte Hoffnungen im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation und die Olympischen Spiele», jubelte DVV-Präsident Werner von Moltke nach dem erfolgreichen Abschluss des WM-Marathons in Japan.

«Wir haben hier einen sehr guten Job gemacht», zog auch Bundestrainer Giovanni Guidetti nach dem strapaziösen WM-Turnier in Fernost zufrieden Bilanz. «Nur vier Niederlagen in elf Spielen sind eine großartige Ausbeute für unser junges Team.» Mit ihrem Auftritt übertrafen die Frauen nicht nur die DVV-Männer, die bei ihrer WM Achte geworden waren, sondern machten auch das beste Abschneiden seit dem fünften Platz 1994 perfekt. Den WM-Titel sicherten sich erneut Russlands Frauen, die Olympiasieger Brasilien mit 3:2 besiegten. Bronze holte Gastgeber Japan.

«Die Mannschaft hat absolut das Soll und die Erwartungen erfüllt. Sie hat ihr großartiges Potenzial in einigen Partien gezeigt», lobte von Moltke seine Frauen. Begeistert war auch Sportdirektor Günter Hamel, der eigens für die Finalrunde angereist war. «Das Team hat insgesamt eine tolle Leistung und Einstellung bei dieser WM gezeigt, auf die alle Volleyballer in Deutschland stolz sein. Team und Staff verfolgen mit viel Herz das große Ziel, bei den Olympischen Spielen in London dabei zu sein.»

Knapp zwei Jahre vor dem Traumziel Olympia 2012 überzeugten die DVV-Frauen auch in ihrem letzten WM-Spiel erneut vor allem durch ihre kämpferischen Qualitäten. Nach schwachem Beginn riss sich das Team um die überragende Angreiferin Margareta Kozuch gegen den letztmaligen WM-Dritten Serbien zusammen und sicherte sich durch das 3:1 (20:25, 25:21, 25:22, 25:23) in Tokio den siebten Platz - immerhin das beste WM-Abschneiden seit 16 Jahren.

Dass für die junge Frauen-Auswahl nicht noch mehr heraussprang, lag vor allem am enormen Kräfteverschleiß. «Körperlich sind wir ganz schön kaputt», gestand Team-«Oldie» Kerstin Tzscherlich in ihrem WM- Tagebuch nach der Niederlage gegen die Türkei. Zwar kämpften sich die DVV-Frauen gegen das Überraschungsteam um Top- Angreiferin Neslihan Darnel nach 0:2-Satzrückstand zurück.

Am Ende wurde aber durch das 2:3 (23:25, 18:25, 25:14, 25:20, 11:15) das Spiel um WM-Platz fünf knapp verpasst. «Die ersten beiden Sätze waren gar nix. Alles Taktische konnten wir nicht umsetzen», gestand Tzscherlich frustriert. «Mein Team war nach diesem langen Turnier insgesamt nicht so frisch wie die Türkinnen», erkannte auch Bundestrainer Guidetti.