London (dpa) - Englands Spitzenreiter FC Chelsea hat einen neuen Heimrekord verpasst. Stattdessen blamierten sich die «Blues» gegen den FC Sunderland und unterlagen 0:3 - es waren die ersten Gegentreffer im Stadion an der Stamford Bridge, die Chelsea in zehn Ligaspielen kassierte.

Die Gäste waren dem ersatzgeschwächten Titelverteidiger in fast allen Belangen überlegen. Nedum Onuaho (45. Minute), Asamoah Gyan (52.) und Danny Welbeck (87.) sorgten mit ihren Toren für die handfeste Überraschung, die Chelseas Vorsprung in der Tabelle auf zwei Zähler schmelzen ließ.

Allerdings machten es Chelseas Verfolger nur wenig besser. Manchester United schrammte beim 2:2 gegen Aston Villa knapp an der ersten Saisonniederlage vorbei und verbuchte am 13. Spieltag bereits das siebte Remis. Manchester City traf gegen Birmingham City schon im dritten Heimspiel in Serie nicht ins Schwarze und ist schon 285 Minuten im «City of Manchester»-Stadion ohne Torerfolg. Der Haussegen hängt schief.

Jerome Boateng dürfte nach dem 0:0 jedenfalls froh sein, für ein paar Tage zur deutschen Nationalmannschaft zu entfliehen. In der Schusslinie steht bei den «Citizens» Trainer Roberto Mancini, der unverständlicher Weise zehn Minuten vor Schluss seine einzige Spitze Carlos Tevez auswechselte. «Blinde Wut», titelte das Boulevardblatt «News of the World» die Lage bei dem neureichen Club.

Der FC Arsenal gewann dagegen beim FC Everton mit 2:1 (0:0). Barcary Sagna (36.) und «Gunners»-Regisseur Cesc Fabregas (48.) sorgten für die Führung, Tim Cahill machte es mit dem Anschlusstreffer (89.) am Ende noch einmal spannend. Arsenal verdrängte damit ManUnited vom zweiten Tabellenplatz.

«Denkt Ihr, mit vier Stürmern schießen wir vier Tore? Das ist doch nicht Fußball», regte sich Mancini nach ManCitys Nullnummer und dem anschließenden Buh-Konzert gegen ihn auf. «Alle Anhänger denken so, ob in Italien oder hier. Wenn das so wäre, würde ich zehn Stürmer aufstellen. Aber so funktioniert das nicht. Wir hatten 17 Chancen, aber nicht getroffen. Das passiert», verteidigte sich der Italiener.

«Die Fans greifen nach Matratzen, Decken, Kissen», stichelte die «News of the World» gegen Mancinis Langeweile-Fußball. «Keine Nachtschwester nötig, der Fußball ist das beste Mittel gegen Schlaflosigkeit.» Zudem berichtete das Blatt über angeblichen neuerlichen Streit in Boatengs Mannschaft.