Köln (dpa) - Demütigung im Derby, wieder auf den letzten Platz abgestürzt - doch der Trainer soll vorerst seinen Job behalten. Auf den 1. FC Köln kommen nach dem 0:4 (0:0)-Heimdebakel gegen Borussia Mönchengladbach ungemütliche Zeiten zu.

Coach Frank Schaefer soll beim Tabellenschlusslicht der Fußball-Bundesliga weiterhin die sportliche Verantwortung behalten. «Wir haben das ja nicht vom heutigen Ergebnis abhängig gemacht. Es geht weiter mit Frank Schaefer in der besprochenen Form», versicherte FC-Manager Michael Meier nach der bitteren Pleite.

Aber auch Meier wird sich bei der brisanten Mitgliederversammlung am 17. November kritischen Fragen stellen müssen. Der beim Publikum umstrittene Manager zeigte sich kämpferisch und will seinen Job keinesfalls aufgeben. «Wir sind in einer Situation, die ganz besonders hart werden kann. Da darfst du beim ersten Gegenwind nicht einknicken. Da sollte man auch Vorbild für die Spieler sein», sagte Meier.

Schaefer, ein Kölner Urgestein, weiß, was in den nächsten Tagen bevorsteht. «Es wird unruhig, es wird weiter diskutiert. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in einer solchen Situation mit Geschlossenheit weiterkommt», meinte der Coach, der als Nachfolger von Zvonimir Soldo zwei Siege und zwei Niederlagen kassierte. Seinen Posten möchte er natürlich behalten. «Ich bin rund um die Uhr in diesem Club und arbeite rund um die Uhr mit dieser Mannschaft, und will das auch mit aller Kraft weiter tun.»

Die Gladbacher haben's vorgemacht: Trainer Michael Frontzeck hat neun sieglose Spiele schadlos überstanden - und dann den Derbysieg eingefahren. «Das ist für mich als gebürtigem Gladbacher schon etwas ganz Besonderes», sagte der Borussen-Coach nach dem höchsten Gladbacher Bundesligasieg seit mehr als acht Jahren.

Allerdings fand das auch diesmal wieder sehr emotionsgeladene Derby unter irregulären Bedingungen statt. Der Dauerregen hatte den Platz völlig aufgeweicht, bis zu den Knöcheln stand das Wasser stellenweise. «Das war heute nicht einfach für die Spieler», sagte Frontzeck. Sein Team hat es in der zweiten Halbzeit besser gemacht und kam durch die Tore von Raul Bobadilla (51./90. Minute), Michael Bradley (70.) und Igor de Camargo (82.) zu einem ungefährdeten Sieg. «Das sind drei Punkte auf dem Papier, aber neun im Kopf», meinte Borussen-Profi Tobias Levels.

Die Kölner Fans, sofern sie überhaupt noch im Stadion waren, pfiffen die FC-Profis nach der Partie gnadenlos aus, die Spieler brachen den Weg in die Kurve ab. «Für die Fans war die Leistung eine Beleidigung», gestand Nationalspieler Lukas Podolski, der sich wie seine Kameraden eine Halbzeit lang mühte, dann aber wie das ganze Team kläglich scheiterte. «Die Situation ist schwierig und kompliziert. Aber dem müssen wir uns stellen», forderte Schaefer.