Frankfurt/Main (dpa) - Anhaltende Sorgen um die irischen Staatsfinanzen und vor einer möglichen Zinserhöhung in China haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag stark belastet. Seitens durchwachsener US-Konjunkturdaten kam ebenfalls keine Entlastung.

Der Dax verlor 1,87 Prozent auf 6663,24 Punkte. Für den MDax ging es um 2,69 Prozent auf 9170,78 Punkte bergab. Der TecDax büßte 2,38 Prozent auf 770,05 Punkte ein.

Die Anleger blickten skeptisch auf das Treffen der EU- Finanzminister, hieß es am Markt. Die Unsicherheit darüber, ob Irland Hilfen in Anspruch nehmen werde, habe für weitere Verwirrung gesorgt und die Risikoaufschläge für die irischen Staatsanleihen steigen lassen, sagte Marktstratege David Buik von BGC Partners. Nun erwarteten die Finanzmärkte, dass die EU, der Internationale Währungsfonds und die irische Regierung Führungsstärke zeigten. Der Euro brauche eine klare Übereinkunft, um glaubwürdig zu bleiben. Zuletzt sackte die Gemeinschaftswährung deutlich unter die Marke von 1,36 US-Dollar ab.

Nach Vorlage von Jahres- und Quartalszahlen schnellten die Papiere von Infineon an der Dax-Spitze um 4,24 Prozent auf 6,223 Euro hoch. Der Halbleiterspezialist will nach einem starken Schlussquartal zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder eine Dividende an seine Aktionäre zahlen und zusätzlich ein Aktienrückkaufprogramm starten.

Zu den größten Verlierern wegen der China-Sorgen zählten Stahlwerte. ThyssenKrupp gaben um 2,84 Prozent auf 27,220 Euro nach.

Beim Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland sorgten die Quartalszahlen für Kursgewinne von 0,76 Prozent auf 32,545 Euro. Die Commerzbank lobte die operative Entwicklung. Titel des Reisekonzerns Tui gaben 1,88 Prozent auf 8,124 Euro ab. Zwar hatte die Containerschifffahrt-Beteiligung Hapag-Lloyd gute Quartalszahlen vorgelegt. Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet sah dies aber schon im Kurs eingepreist.

Im TecDax kletterten die Papiere von Carl Zeiss Meditec um 4,33 Prozent auf 12,530 Euro. Der Medizintechnik-Anbieter hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient als im Vorjahr und mit seinen Zahlen über den Schätzungen der Analysten gelegen.