NEW YORK (dpa-AFX) – Angesichts der Sorgen um die europäische Schuldenkrise ist der Kurs des Euro am Dienstag unter die Marke von 1,35 US-Dollar gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3480 Dollar, nachdem sie im asiatischen Handel noch bei 1,3648 gelegen hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs noch auf 1,3612 (Montag: 1,3626) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7346 (0,7339) Euro.

Die irische Schuldenkrise dominiere die Schlagzeilen, kommentierte Matthew Strauss, Devisenexperte von RBC Capital Marktes. Ähnlicher Meinung war die Commerzbank-Expertein Antje Praefcke: "Die Schuldenkrise in Irland dominiert derzeit den Devisenmarkt." Am Abend hatte Irlands Premier Brian Cowen klargestellt, dass sein Land keinen Antrag auf fremde Hilfe gestellt hat. Allerdings dringen offenbar einige Staaten darauf, das marode irische Bankensystem zu stützen. Sie sind besorgt, dass sich die Krise ansonsten auf andere Wackelkandidaten wie Portugal oder Spanien ausweiten könnte.

Die EU-Kommission bestätigte indes, dass sie mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Irland spricht. Man wolle "Lösungen für die schwierigen Probleme in der irischen Bankenbranche finden", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Zu "Alarmismus" gebe es jedoch keinen Anlass.