Bochum (dpa) - Im Wettskandal-Prozess am Bochumer Landgericht wird am 17. November das erste Geständnis erwartet. Der 35-jährige Nürettin G. will dabei umfassend zu angeblich manipulierten Fußballspielen in Deutschland und Europa Stellung nehmen.

Er werde auspacken und seine früheren Aussagen wiederholen, erklärte sein Verteidiger Jens Meggers auf dpa-Anfrage. «Eine schriftliche Erklärung ist bereits vorbereitet.» Ex-Wettbürobetreiber Nürettin G. soll nach der Festnahme-Welle vor einem Jahr der erste Beschuldigte gewesen sein, der intensiv mit der Staatsanwaltschaft kooperiert hat.

Nach Angaben von Verteidiger Meggers bestand die Tatbeteiligung des 35-Jährigen vor allem darin, angeblich sichere Wetten zu platzieren. Es habe Anrufe gegeben, in denen von «hundertprozentigen Tipps» die Rede gewesen sei. In die mutmaßliche Manipulation von Spielen des Bundesliga-Zweitligisten VfL Osnabrück sei Nürettin G. aber auch selbst involviert gewesen. Auf den ebenfalls angeklagten Tuna A. ist der 35-Jährige allerdings nicht mehr gut zu sprechen. Nach Angaben seines Verteidigers sollen nach einer gewonnenen Wette rund 290 000 Euro unterschlagen worden sein.

Die insgesamt vier Angeklagten sollen in die Manipulation von über 30 Fußballspielen verwickelt sein. Betroffen sind laut Anklage Partien von der Europa League bis zur A-Jugend. Die Wettgewinne sollen sich auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen.