Berlin (dpa) ­ Die erste E-Mail der Welt ist deutlich älter als das Internet. Vor 39 Jahren, im Herbst 1971, sendete der Computer-Ingenieur Ray Tomlinson in Cambridge die Buchstabenfolge «QWERTYUIOP» von einem Rechner zum anderen über das ARPANET, ein Vorläuferprojekt des Internets.

Tomlinson arbeitete damals bei der US-Firma Bolt Beranek and Newman, die vom US-Verteidigungsministerium beauftragt wurde, das Computer-Netzwerk mitzuentwickeln. Tomlinsons Entwicklung wurde insbesondere von den Universitäten rasch aufgegriffen. Und so entwickelte sich die E-Mail noch vor der Erfindung des World Wide Webs zu einem elementaren Dienst des Internets.

Via E-Mail kann man einen persönlichen Dialog führen, aber auch einen größeren Empfängerkreis anschreiben. Mit dem Erfolg der E- Mail in der Internet-Gemeinde tauchten aber auch bald unerwünschte Nachrichten auf, die als Spam bezeichnet werden. Heute machen Spam- Mail das Gros der im Internet übertragenen Nachrichten aus.

Ein E-Mail-Austausch findet in der Regel als zeitversetzte Kommunikation statt. Schneller, unmittelbarer und kompakter läuft dagegen das Chatten. Diese digitale Unterhaltung in Echtzeit wurde in den 80er Jahren mit dem Dienst Internet Relay Chat (IRC) eingeführt.

Der Onlinedienst AOL machte das «Instant Messaging» (IM) in den 90er Jahren mit seinen Diensten AIM und ICQ zu einem Massenphänomen. Und noch heute gehören IM-Dienste wie AIM, Skype, Jabber oder Yahoo Messenger zu den populärsten Internet-Diensten ­ zumal sie inzwischen auch als Internet-Telefon oder Videokonferenz genutzt werden können. In einem Chat herrscht häufig im Vergleich zu E-Mail ein lockerer Umgangston.

Mit Online-Netzwerken wie den VZ-Diensten in Deutschland oder Facebook und Twitter wurde auch eine neue Form der Kommunikation eingeführt, die offener ist als E-Mail oder Chat. Bei Facebook können Anwender ihren «Freunden» eine Mitteilung auf die «Pinnwand» schreiben, die nicht nur von dem eigentlichen Empfänger gelesen werden kann, sondern allen seinen virtuellen Bekannten. Daneben erlauben die Netzwerke aber auch eine persönliche Kommunikation, die nur von den beiden Beteiligten verfolgt werden kann.

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