London (dpa) - Der künftige König von England hat seine Wahl getroffen: Prinz William, ältester Sohn von Prinz Charles und Nummer zwei der britischen Thronfolge, wird im nächsten Jahr die Bürgerliche Kate Middleton heiraten.

Auch Williams Großmutter Queen Elizabeth II. mag die Millionärstochter, die wegen des langen Wartens auf den Heiratsantrag als «Waity Katie» verspottet worden war. Die künftige Prinzessin Catherine gilt als modebewusst, wurde von den Boulevardmedien in Großbritannien aber auch als arbeitsscheu bezeichnet.

Die plötzliche Kunde von der Verlobung schaffte es in vielen Ländern der Welt, das Fernsehprogramm zu unterbrechen - das Interesse ist riesengroß. In der Downing Street Nummer 10 überraschte die Nachricht das Kabinett bei einer Sitzung. «Alle haben gejubelt und auf den Tisch geklopft», berichtete Premierminister David Cameron später von der «unglaublich aufregenden» Nachricht. Der Rest im noch immer weitgehend Monarchie-verrückten Großbritannien war einfach «entzückt» - darunter ausdrücklich auch die Queen und ihr fast 90 Jahre alter Gatte, Prinz Philip.

Die Hochzeit wird ziemlich genau 30 Jahre nach der Traumhochzeit von Williams Eltern Charles und Lady Diana stattfinden. Ihre Verkündung dürfte vom königlichen Apparat rund um den Buckingham Palast wochenlang generalstabsmäßig vorbereitet worden sein. Als Ende Oktober Bilder auftauchten, die Middletons Eltern in Schottland gemeinsam mit Kate und William auf Schloss Balmoral zeigten, waren sich die Beobachter am Hofe sicher: Jetzt kann es mit der Verlobung nicht mehr lange dauern.

Dem Paar ist es gemeinsam mit dem Hofstab gelungen, die Journaille zu narren. Zu dem Zeitpunkt hatten sich die beiden das Eheversprechen längst gegeben. Vor der beeindruckenden Kulisse afrikanischer Flusspferde war William vor seiner Kate auf die Knie gefallen. In einem kenianischen Wildreservat hatten sie einen romantischen Urlaub verbracht. Pflichtschuldigst und ganz britischer Gentleman hatte William vorher natürlich beim Brautvater, Michael Middleton (61), um die Hand von dessen Tochter angehalten. Die künftigen Schwiegereltern sind im königlichen Haushalt bereits länger persönlich bekannt.

Kate (28) und der sechs Monate jüngere William hatten sich schon 2001 kennengelernt, als beide an der schottischen St. Andrew's University Kunstgeschichte studierten. Beide lebten zusammen in einer Wohngemeinschaft. Es dauerte bis 2003, bis aus den Gerüchten Wahrheit wurde: William hatte sich mit der schönen Kate seine Prinzessin ausgesucht. Im Studium, so heißt es, soll Kate den begeisterten Reiter ganz gut an der Kandare gehalten haben.

Später war es dann die junge Lady, der mancher am erzkonservativen Hof etwas mehr Führung wünschte. Die Boulevardpresse auf der Insel machte sich lustig über die lustlosen und nicht lange anhaltenden Karriereversuche als Einkäuferin bei einem Mode-Label. «Princess Leisure» (Prinzessin Freizeit) war einer ihre Beinamen.