Hamburg (dpa) - Lionel Messi hat bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking mit Argentinien den Erzrivalen Brasilien 3:0 besiegt. Mit der A-Auswahl der «Gauchos» hat er aber noch keinen Erfolg über die «Selecao» feiern können. In Doha soll nun der erste Sieg gelingen.

Lionel Messi hat in seiner Karriere schon viel gewonnen, doch dieser spezielle Triumph fehlt dem Weltfußballer des Jahres noch in seiner Sammlung. «Wissen Sie was? Mit der A-Nationalmannschaft habe ich noch nie gegen Brasilien gewonnen», verriet der argentinische Star-Kicker in seinem Ausblick auf das «Duell in der Wüste» der beiden südamerikanischen Erzrivalen in Doha. Und breit grinsend fügte der Torjäger des FC Barcelona hinzu: «Jetzt wird es aber Zeit für das erste Mal.»

Er freue sich «besonders» auf diese Partie, sagte Messi im Interview mit «fifa.com» weiter. «Es wird ein besonderes Ereignis, aufgrund des Gegners und der Menschen, die ich so sehr schätze wie Ronaldinho, der für mich wie ein Bruder ist und mir in meiner Anfangszeit bei Barça sehr viel geholfen hat», erklärte der 23- Jährige sein inniges Verhältnis zum Mittelfeld-Ass der Selecao.

Verletzungsbedingt fehlen den Argentiniern Gabriel Milito und Walter Samuel, der Einsatz von Bayern-Profi Martin Demichelis ist wegen einer Muskelverletzung fraglich. Als schwerwiegend gilt der Ausfall von Carlos Tevez, Sergio Agüero und Diego Milito. Unter der Überschrift «Der Fluch der Stürmer» schrieb die Zeitung «Clarín»: «Checho (Spitzname für Trainer Sergio Batista) rauft sich die Haare».

Bei den Brasilianern erlebt Nationalcoach Mano Menezes seine erste wirkliche Feuertaufe. Seit seinem Amtsantritt im Juli hat der 48- Jährige mit der «neuen Seleção» zwar schon drei Tests bestritten und die Bilanz mit drei Siegen ohne Gegentreffer kann sich sehen lassen. Allerdings waren die Gegner nicht wirklich ebenbürtig: Die USA wurden leicht 2:0, der Iran locker 3:0 und die Ukraine ebenso souverän 2:0 bezwungen. «Jetzt ist der Moment, wo wir ein Spiel von diesem Format haben», sagte Menezes.

Zu der Freundschaftspartie im Emirat Katar fährt auch Ronaldinho. Der Mittelfeldstar des AC Mailand ist mit 30 Jahren der Älteste im Team der Brasilianer. Er war bei Menezes-Vorgänger Carlos Dunga in Ungnade gefallen und von ihm auch nicht für die WM in Südafrika berufen worden. Menezes setzt dagegen voll auf Ronaldinho: «Mit ihm wird die Seleção stärker respektiert. Er verfügt nicht mehr über diesen unwiderstehlichen Startspurt. Aber er ist immer noch der Typ Spieler, der den Rhythmus des Teams diktieren kann.»

Sein Nebenmann im Mittelfeld ist Lucas vom FC Liverpool. Der 23- Jährige weiß um die aufgeheizte Stimmung vor dem Fußball-Klassiker: «Wir kennen die Rivalität, nicht nur zwischen den Spielern, sondern auch zwischen den Ländern.» Denn die Rivalität zwischen beiden südamerikanischen Ländern ist so legendär wie die verbale Feindschaft ihrer Idole Pelé (Brasilien) und Maradona (Argentinien): Die beiden Superstars balgen sich schon seit langem verbal um den Ruf des besten Spielers der Fußball-Geschichte.