Athen (dpa) - Die nach oben korrigierte Neuverschuldung Griechenlands zwingt Europas größten Defizitsünder zu noch härteren Einsparungen. Der neue Haushalt wird zusätzliche Belastungen für die Griechen in Höhe von 3,5 bis 4 Milliarden Euro mit sich bringen.

Die Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou berät seit Montag mit Kontrolleuren des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Union (EU) über die letzten Pinselstriche.

Wie die Athener Presse am Dienstag weiter berichtete, soll die Mehrwertsteuer für einige Produkte erhöht werden. Kürzungen im Gesundheitswesen, aber auch Privatisierungen, so bei den Eisenbahnen, gelten als sicher. Die eigentlichen Lenker der griechischen Finanzen, IWF, EU und EZB, berieten am Dienstag in Athen über mögliche Reformen auch am Arbeitsmarkt. Möglich sei nun auch die Entlassung von Staatsbediensteten, die ein Regierungssprecher zuletzt ausgeschlossen hatte.

Die EU hatte am Montag mitgeteilt, dass das griechische Defizit im vergangenen Jahr noch höher war als bislang vermutet. Nachdem zuvor noch von knapp 14 Prozent ausgegangen wurde, war nach gründlicher Prüfung der Finanzen nun ein Defizit von 15,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) festgestellt worden.