Göteborg (dpa) - Erst entspannte Stadtrundfahrt, dann mit Volldampf gegen Schweden: Angeführt von Leitwolf Bastian Schweinsteiger soll auch mit zahlreichen Länderspiel-Frischlingen ein schwungvoller Abschluss des WM-Jahres gelingen.

Statt der geschonten Stammkräfte Lahm, Müller oder Özil dürfen in Göteborg hochtalentierte Neulinge wie Mario Götze oder Lewis Holtby erstmals ihr Können in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zeigen. Sein Comeback im Tor feiert WM-Pechvogel René Adler.

«Trotz einer neuen, gemischten Mannschaft werden wir alles tun, das Spiel zu gewinnen», kündigte Kapitän Schweinsteiger nach einer Rundfahrt bei strahlendem Sonnenschein durch Göteborg an. «Es ist gut, dass man auch mal etwas von einer Stadt sieht», sagte der 26 Jahre alte Münchner nach der Tour durch die Hafenstadt. Auf die leichter Schulter werde man das Testspiel im Ullevi-Stadion aber trotz der entspannteren Vorbereitung keineswegs nehmen. «Wir sind der Favorit, das müssen wir auch zeigen», erklärte Schweinsteiger.

Nicht alle Mitglieder des im Schnitt nur 23 Jahre alten 20-Mann- Kaders gingen jedoch mit auf Sightseeingtour am Vormittag. So blieben etwa Mats Hummels, Lewis Holtby und André Schürrle lieber im Teamhotel und absolvierten unter Anleitung der Fitnesstrainer noch vor dem abendlichen Abschlusstraining der kompletten Mannschaft eine individuelle Übungseinheit.

Für das Dortmunder Quartett Götze, Hummels, Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz sowie die Mainzer Holtby und Schürrle steht die sportliche Bewährungschance im Vordergrund der Reise nach Schweden. «Wenn wir zum Einsatz kommen, wollen wir zeigen, dass wir die Mannschaft nicht schlechter machen, sondern die Lücken schließen», erklärte Hummels bei der DFB-Pressekonferenz stellvertretend für alle Neuen.

Nicht nur der 18 Jahre alte Flügelflitzer Götze, der bei seiner Premiere zum siebtjüngsten deutschen Länderspiel-Debütanten aufsteigen könnte, möchte den nächsten «Riesenschritt» in seiner jungen Karriere machen. «Erfahrung sammeln» laute sein Ziel, zudem gestand Götze aufgeregt: «In dem Alter ist es nicht so einfach, das alles zu verarbeiten.»

Löw will die Ansprüche nicht zu hoch schrauben. «Die Mannschaft wird verändert sein mit jungen Spielern, da darf man die Erwartungen nicht überspannen», mahnte der Bundestrainer: «Schweden hat ein Team von guter Qualität. Das wird ein schweres Spiel für uns.»