Nairobi (dpa) - Der Flamenco, die Pekingoper, chinesische Akupunktur, französisches Essen und die kolumbianische Marimba gelten seit Dienstag als «immaterielles Kulturerbe».

Die Weltkulturorganisation Unesco beschloss am Dienstag auf einer Konferenz in Kenias Hauptstadt Nairobi, 46 zusätzliche Traditionen und Bräuche in die Liste dieser Kulturgüter aufzunehmen.

Ebenfalls unter den Neuaufnahmen ist die traditionelle Teppich- Knüpfkunst aus dem zentralasiatischen Aserbaidschan sowie aus dem Iran, die Springerprozession im luxemburgischen Echternach und der 600 Jahre alte Karneval im belgischen Alost. Mit dem Houtem Jaarmarkt und dem Winterfestival Krakelingen hat Belgien zwei weitere Neueintragungen auf der Kulturgüter-Liste. Rituelle Tänze aus Peru haben nun ebenso eine besondere Unesco-Wertschätzung wie das mongolische Naadamm-Festival.

Zuvor hatte die Unesco bereits jahrhundertealte Traditionen wie die chinesische Dschunkenbautechnik oder den Ojikanje-Gesang aus Kroatien unter besonderen Schutz gestellt.

Die Weltkulturorganisation berät noch bis Freitag über insgesamt 47 Volkstraditionen, die als immaterielle Kulturgüter aufgenommen werden sollen. Beantragt wurde unter anderem eine besondere Anerkennung etwa für die Mittelmeerküche oder die Springprozession im luxemburgischen Echternach.

Die in Südchina entwickelte Dschunkenbautechnik mit wasserdichten Schiffsteilen beherrschen nur noch drei Handwerker, wie es hieß. Nur noch elf Menschen, alle bereits älter als 50 Jahre, sind mit der gesamten Technik chinesischer Holzdruckerei vertraut, die ebenfalls für schützenswert erklärt wurde.

Bedroht sieht die Unesco auch die Tradition des «Meschrep» bei der Minderheit der Uiguren in China. Bei dem Festival, das auch der Weitergabe von Traditionen und herkömmlichem Wissen dient, hätten Industrialisierung und Abwanderung in Städte zum Verlust der alten Kultur geführt. Viele Akrobaten und Sänger verstünden nicht mehr wirklich den Inhalt des Festivals, hieß es zur Begründung der besonderen Schutzbedürftigkeit.