Berlin (dpa) - Weltmeister Spanien und Nachbar Portugal nutzen den Abschluss des Länderspiel-Jahres noch einmal zur Werbung für die «iberische Kandidatur» um die Weltmeisterschaft 2018.

Gut zwei Wochen vor der Vergabe der WM-Turniere 2018 und 2022 durch den Weltverband FIFA treten die beiden Fußball-Großmächte in Lissabon noch einmal gegeneinander an, ehe sie sich am 2. Dezember in Zürich Hand in Hand den Zuschlag für die gemeinsame Ausrichtung des Großereignisses in acht Jahren erhoffen. «Es ist somit ein wichtiges Spiel. Beide Länder haben bisher eine großartige Arbeit geleistet und können es schaffen», glaubt Weltmeister-Coach Vicente del Bosque.

In weiteren Top-Duellen treffen die WM-Versager England und Frankreich sowie die Südamerika-Rivalen Argentinien und Brasilien aufeinander. Und die Niederlande fordern mit Rückkehrer Mark van Bommel den deutschen EM-Qualifikationsgegner Türkei heraus.

Anders als bei der DFB-Elf und vielen anderen Teams, die die Freundschaftsspiele zum Testen von Talenten nutzen, berief Del Bosque angesichts der WM-Bewerbung 22 seiner 23 WM-Helden ins Aufgebot. Nur Jesús Navas (Knöcheloperation) fehlt. Juan Mata und Fernando Torres werden geschont. Die Portugiesen um Cristiano Ronaldo hoffen auf eine Revanche für den Achtelfinal-K.o. bei der WM-Endrunde in Südafrika (1:0 für Spanien). «Wir wollen gewinnen», tönte Manuel Fernandes.

Dafür würde er notfalls seinem Ex-Teamkollegen David Villa «in die Knochen treten und ihn dann natürlich umarmen», warnte der Mittelfeldakteur den Profi des FC Barcelona halb im Scherz. Top-Ass Cristiano Ronaldo, der auf seine Clubkollegen von Real Madrid trifft, hat guten Grund zum Feiern: Er bestreitet sein 75. Länderspiel und soll vor dem Anpfiff vom FPF-Verband offiziell dafür geehrt werden.

Paul Bento, Nachfolger des mit Schimpf und Schande davongejagten Nationaltrainers Carlos Queiroz, will in seinem dritten Spiel auf der Bank seine «weiße Weste» behalten und erneut gewinnen. Leicht wird das Unterfangen gegen Xavi, Iniesta & Co. nicht, wie ein Blick in die Statistik zeigt: In 36 Aufeinandertreffen gab es für die «Selecção» nur sieben Siege (zuletzt bei der Heim-EM 2004), aber 17 Niederlagen.

Beim ewig jungen Duell Argentinien gegen Brasilien will Lionel Messi einen ganz speziellen Triumph feiern. «Mit der A-Nationalelf habe ich noch nie gegen Brasilien gewonnen», verriet der argentinische Weltfußballer mit Blick auf das Prestige-Match in Doha. Und ergänzte lächelnd: «Jetzt wird es aber Zeit für das erste Mal.»