Berlin (dpa) - Facebook will mit seinem neuen Nachrichtensystem E- Mails, Chat und SMS miteinander verknüpfen. Doch die Kalifornier sind nicht die einzigen, die an der nächsten Generation der elektronischen Kommunikation arbeiten.

Vor allem Soziale Netzwerke werden immer wichtiger. Wer was anbietet oder plant - ein Überblick. Der Internet-Pionier AOL rüstet sein Online-Postfach zu einer Nachrichtenzentrale auf. Neben Mails sollen Nutzer künftig auch SMS, Chatnachrichten und Statusmeldungen absetzen können. Fotos, Karten und Anhänge werden übersichtlich in einem separaten Fenster angezeigt. Zudem ist die Einbindung anderer Mail-Dienste geplant, etwa Googlemail, Yahoo und Hotmail. Das «Projekt Phoenix» ist noch in einer geschlossenen Testphase und soll 2011 für alle verfügbar sein.

Die deutschen Marktführer Web.de und GMX - beide Tochterfirmen der United Internet AG - haben im vergangenen Jahr die Oberfläche kräftig überarbeitet. Ein «Sammeldienst» holt Mails von Yahoo, Google und Hotmail ab. Neuigkeiten bei Facebook, StudiVZ oder Xing werden direkt angezeigt, mit einem Mausklick öffnen sich die Sozialen Netzwerke in einem neuen Fenster. GMX-Nutzer können zudem seit kurzem direkt von ihrer Mail-Oberfläche aus auch Statusmeldungen und Kommentare bei Facebook absetzen. Web.de führt die Funktion später ein.

Microsofts Internetdienste sind eine Dauerbaustelle. Auch Hotmail ist kürzlich wieder einmal renoviert worden: Nutzer sollen ihre Mitteilungen leichter sortieren können. Für die einfachere Übertragung von Dateien wird das Postfach mit einer Online-Festplatte verknüpft - Empfänger laden die Daten mit einem Klick herunter. Dokumente des hauseigenen Office-Pakets lassen sich direkt in Hotmail öffnen und online bearbeiten.

Google ist dafür bekannt, seine Produkte in kleinen Schritten zu erweitern und zu verbessern. Eine der jüngeren Neuerungen ist die «Priority Inbox», die im Kampf gegen die Informationsflut helfen soll: Ein Algorithmus bewertet die Bedeutung einer Nachricht, beispielsweise anhand des Absenders. Die wichtigsten Mails werden prominent angezeigt - der Rest kann warten.

Projekt Phoenix/AOL