Berlin (dpa) - Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat ein überaus optimistisches Bild für die Renten gezeichnet. Sollte sich die Wirtschaft weiter positiv entwickeln, könnten die Renten bis zum Jahr 2024 um gut 29 Prozent steigen - pro Jahr im Durchschnitt um etwa 1,9 Prozent.

Das geht aus dem neuen Rentenversicherungsbericht hervor, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will. Die sogenannte Eckrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst erhöht sich nach diesen Berechnungen von derzeit 1224 Euro auf 1584 Euro. Kritiker warnten vor Schönrechnerei.

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte auf dpa-Anfrage am Dienstag, es handele sich um Modellrechnungen auf der Basis unterschiedlicher Annahmen. Prognosen oder gar Zusagen seien damit nicht verbunden.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will am Mittwoch neben dem jährlichen Rentenbericht erstmals auch den Prüfbericht über die Arbeitsmarktlage für Ältere vorlegen. Die aus ihrer Sicht günstige Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren schafft die Voraussetzung, an der für 2012 beschlossenen schrittweisen Einführung der Rente mit 67 festzuhalten.

Grundlage der Szenario-Berechnungen ist die Annahme, dass sich die Durchschnittsentgelte bis 2024 um 43,6 Prozent erhöhen: Von derzeit im Durchschnitt 31 153 Euro im Jahr auf dann 44 748 Euro, von 2020 bis 2024 mit einer Steigerungsrate von jeweils 3 Prozent. Unterstellt ist auch, dass die Zahl der Arbeitslosen deutlich - auf unter 2,8 Millionen - sinkt.

Erfreuliche Aussichten zeigt der Bericht auf bei den Ost-Renten, die zumindest in den nächsten vier Jahren mit 4,3 Prozent stärker steigen könnten als die im Westen (3,2 Prozent). Während der Rentenwert Ost derzeit bei 88,7 Prozent des Westniveaus liegt, erhöht er sich den Rechnungen zufolge bis 2014 auf 89,6 Prozent.

Der Renten-Beitragssatz soll zunächst bei 19,9 Prozent stabil bleiben, um dann 2014 auf 19,3 Prozent zu sinken. Zwischen 2020 und 2024 ergibt sich dann eine schrittweise Anhebung bis auf 20,7 Prozent. Damit wird die im Gesetz für 2030 festgeschriebene Beitragssatz-Höchstmarke von 22 Prozent deutlich unterschritten.