Buenos Aires (dpa) - Jubel in Argentinien, Ernüchterung in Brasilien: In unnachahmlicher Manier hat Superstar Lionel Messi im Fußball-Klassiker der Erzrivalen für den 1:0-Erfolg der «Gauchos» über Rekordweltmeister Brasilien gesorgt.

«Es ist eine Erleichterung, gegen Brasilien zu gewinnen. Wir brauchten dieses Ergebnis», sagte der 23 Jahre alte Weltfußballer nach seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+1 Minute). Für Messi war es ein besonderer, nämlich der erste Sieg mit dem A-Team über die «Seleção», deren kurze Erfolgsserie unter dem neuen Coach Mano Menezes mit drei Siegen ohne Gegentor damit schon wieder beendet ist.

Argentiniens Coach Sergio Batista war nach der Partie im Khalifa- Stadion in Doha/Katar voll des Lobes über seinen Weltstar. «Messi bedeutet alles für das Team. Das hat er in den letzten Spielen gezeigt. Wir müssen immer etwas von ihm erwarten bis zur letzten Minute.» Dabei hatte der Torjäger, der bisher nur mit dem Olympia- Team gegen Brasilien siegreich gewesen war, den ersten Triumph mit der A-Elf selbst gefordert: «Jetzt wird es Zeit für das erste Mal.» Gesagt, getan. Die Zeitung «La Nación» kommentierte am Donnerstag:  «Auf den letzten Drücker: Messi ließ die Auswahl strahlen vor Glück.»

Das traf auch auf Batista zu. «Gegen Brasilien zu gewinnen, das passiert nicht alle Tage. Dieser Triumph gibt uns Selbstvertrauen.» Selbst die brasilianische Sportzeitung «Lance!» titelte anerkennend: «Messi besiegt Brasilien.» Dabei bestimmten die Brasilianer über weite Strecken die Partie, was vor allem dem seit 18 Monaten erstmals wieder eingesetzten Ronaldinho zu verdanken war.

Trainer Menezes konnte deshalb nach dem Last-Minute-Treffer nur mit dem Kopf schütteln: «Man kassiert kein Tor zu diesem Zeitpunkt.» Allerdings sah er auch keinen Grund zur Unruhe. «Das Ergebnis war nicht gerechtfertigt», bilanzierte der 48-Jährige. Ein Unentschieden hätte den Spielverlauf seiner Ansicht nach besser wiedergegeben. Es war das letzte Freundschaftsspiel der Seleção in diesem Jahr. Im Februar trifft Brasilien in Paris auf Frankreich.

Zwar herrschte in Argentinien Freunde über den Sieg, doch das Lob für die Leistung hielt sich in Grenzen. «Es war das erste Spiel von Batista als offizieller Nationaltrainer. Die Nationalelf, die nicht viel zu bieten hatte, konnte so ihren klassischen Rivalen zum ersten Mal seit 2005 bezwingen», kommentierte nüchtern die Zeitung «Clarin».