Hamburg (dpa) - Wegen der akuten Terrorwarnungen müssen sich die Bürger in Deutschland voraussichtlich längerfristig auf erhöhte Sicherheitsvorkehrungen einstellen.

«Die Maßnahmen, die wir ergriffen haben (...), werden bis auf weiteres fortgesetzt», sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag am Rande der Innenministerkonferenz (IMK) in Hamburg. Bei dem Treffen vereinbarten Bund und Länder eine enge Zusammenarbeit zur Abwehr der Terrorgefahr.

De Maizière forderte die Bevölkerung auf, sich trotz der Hinweise auf einen möglichen Anschlag nicht von den Lebensgewohnheiten abbringen zu lassen. «Der internationale Terrorismus möchte in unserem Land Angst und Schrecken verbreiten. Das lassen wir nicht zu. Wir bleiben unserer freiheitlichen Lebensauffassung und dem Verhalten in Freiheit in einem freien Land treu.»

Nach intensiven Beratungen aller Innenminister am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen in der Hansestadt sind sich laut de Maizière alle Ressortchefs einig: «Wir können die entstandene Situation nur durch gemeinsames Handeln bewältigen.» Sämtliche Maßnahmen - seien sie verdeckt oder offen - seien abgestimmt und blieben bis auf weiteres bestehen. Der IMK-Vorsitzende, Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck (CDU), betonte, der internationale Terrorismus betreffe alle Bundesländer gleichermaßen. «Wir sind uns in dieser Frage völlig einig. Bund und Länder stehen zusammen und werden dieser Gefahr gemeinsam trotzen.»

In einer gemeinsamen Erklärung der Innenminister heißt es, «öffentliche Räume, bestimmte Örtlichkeiten und Ereignisse» würden weiter je nach Lage kontrolliert. Dazu zählten nicht nur Bahnhöfe und Flughäfen, «sondern auch weitere Bereiche des öffentlichen Lebens». Unter anderem wurde der Berliner Reichstag durch Absperrgitter gesichert. Im gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum würden zudem täglich im Zusammenspiel aller Behörden Informationen ausgetauscht und analysiert. «Unsere internationalen Partner, die unentbehrlich sind im Kampf gegen den Terrorismus, sind hierbei eng eingebunden», heißt es in der Erklärung.

Die Sicherheitsbehörden verzeichneten bereits seit Frühjahr 2009 Hinweise darauf, dass die Terrororganisation Al-Kaida und deren regionale Ableger in den USA und Europa - und damit auch in Deutschland - Anschläge planen. «Aktuelle Erkenntnisse belegen nunmehr (...) ein hohes Maß an zeit- und inhaltlicher Konkretisierung der Bedrohungssituation, die uns zu dieser konzertierten Reaktion unserer Sicherheitsbehörden veranlassen», betonten die Innenminister.

Nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Innenministers Karl Peter Bruch (SPD) sind vor allem Großstädte im Visier von Terroristen. Die Sicherheitsbehörden hätten «konkrete Hinweise» auf Berlin, München und Hamburg, aber auch auf den Großraum des Ruhrgebiets als mögliche Anschlagsziele, sagte er dem SWR.