New York (dpa) - Die amerikanische Punkmusikerin Patti Smith hat für das autobiographische Buch ihres Lebens mit dem Fotografen Robert Mapplethorpe den Buchpreis der USA erhalten. Smith bekam den National Book Award für «Just Kids» am Mittwochabend in New York im Bereich Sachbuch.

In der Kategorie Belletristik wurde Jaimy Gordon für «Lord of Misrule» («Herrscher der Unordnung») geehrt. Als besten Lyriker zeichnete die Jury Terrance Hayes aus, das beste Jugendbuch schrieb Kathryn Erskine. Die Gewinner bekommen neben einer Statuette auch 10 000 Dollar (7400 Euro) und nicht zuletzt einen Verkaufsschub für ihre Bücher.

Gordon zeigte sich völlig überrascht von der Ehrung. Tatsächlich galt sein Buch nicht als einer der Favoriten für den Preis. Die Jury nannte den Roman «lebendig, bemerkenswert und sprachlich reich». Das Buch spielt in der Welt der Pferderennen - allerdings nicht bei den edlen Wettsportveranstaltungen, bei denen die Zuschauer statt der Tiere die Stars sein wollen, sondern in der rauen Welt West Virginias. Der Staat gilt als einer der ärmsten der USA. Für Verstimmung hatte gesorgt, dass die aufsehenerregendste Neuerscheinung des amerikanischen Buchmarktes - «Freiheit» von Jonathan Franzen («Die Korrekturen») - gar nicht erst in die Endrunde gekommen war.

Smiths Buch - in Deutschland mit dem Untertitel «Die Geschichte einer Freundschaft» im Frühjahr bei Kiepenheuer & Witsch erschienen - handelt von der Freundschaft zu dem Fotografen Robert Mapplethorpe. Der New Yorker war insbesondere in den Achtzigern zum Star geworden, seine Bilder wurden für hunderttausende Dollar gehandelt. Seine Motive kamen oft aus der Sex- und Sadomaso-Szene. Mapplethorpe lebte in dieser Welt auch selbst und suchte immer wieder hetero- und homoerotische Abenteuer. Als seine HIV-Infizierung bekanntwurde, explodierten die Preise für seine Bilder. Mapplethorpe starb im Frühjahr 1989 mit 42 Jahren.

Smith hatte vor ihrer Karriere als Musikerin und Schriftstellerin unter anderem in einem Buchladen gearbeitet. «Ich habe immer davon geträumt, mein eigenes Buch zu haben, eines zu schreiben, das ich selbst als meines in die Regale stellen kann», zitiert die «New York Times» die 63-Jährige. «Bitte, egal, wie weit wir technisch kommen, bitte geben Sie Bücher nicht auf», sagte sie. «In unserer materiellen Welt gibt es nicht Schöneres als ein Buch.»

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