Frankfurt/Main (dpa) - Eine späte Kursrallye im Sog erholter US-Börsen hat dem Dax am Freitag ein knappes Plus beschert.

Der deutsche Leitindex, der nach einem freundlichen Start der starken Vortagsentwicklung Tribut gezollt hatte und abgerutscht war, schloss letztlich 0,17 Prozent fester bei 6843,55 Punkten, was den höchsten Stand seit Mai 2008 bedeutete. Auf Wochensicht schaffte das Börsenbarometer damit ein Plus von 1,62 Prozent.

Der MDax beendete den letzten Handelstag der Woche ebenfalls 0,17 Prozent höher bei 9412,50 Punkten. Nur der TecDax schaffte es nicht ins Plus und verabschiedete sich mit Verlusten von 0,72 Prozent bei 790,30 Punkten ins Wochenende. Händler konnten keine fundamentalen Gründe für die freundliche Schlussentwicklung ausmachen.

Als einer der besten Werte im Dax gewannen die Bayer-Aktien 2,19 Prozent auf 57,780 Euro, nachdem der Chemie- und Pharmakonzern am Vorabend umfangreiche Kostensparpläne verkündet hatte und Wettbewerber zudem einen Rückschlag bei der Entwicklung eines neuen Medikaments erlitten. Bei den Titeln von Henkel machte sich eine Hochstufung durch die britische Investmentbank Barclays mit einem Plus von 2,37 Prozent auf 47,075 Euro bemerkbar.

Dagegen litten Infineon-Papiere nach ihrem jüngsten Höhenflug unter moderaten Gewinnmitnahmen und büßten 0,39 Prozent auf 6,587 Euro ein. Medienberichten zufolge könnte der Halbleiterspezialist den ursprünglich erst für das erste Quartal 2011 vorgesehenen Verkauf seiner Mobilfunksparte an Intel bereits zum Jahresende abschließen. Händler sahen darin allerdings keine große Überraschung.

Verluste gab es auch bei den Banken, was am Markt auf die längerfristige Sorge um die Schuldensituation in Europa zurückgeführt wurde. Papiere der Deutschen Bank sackten als Dax-Schlusslicht um 1,62 Prozent auf 40,430 Euro ab, Commerzbank-Titel verloren 0,99 Prozent auf 6,100 Euro.

Im MDax legten die Aktien von ProSiebenSat.1 nur im frühen Handel zu, rutschten dann aber ab und schlossen am Indexende 2,31 Prozent tiefer bei 20,515 Euro. Börsianer verwiesen darauf, dass der Fernsehsender sich auf einer Branchenkonferenz positiv zu den Gewinnaussichten geäußert habe. Allerdings gab es keine Einigkeit darüber, ob diese wirklich Neues enthielten. Nach drei guten Tagen gaben auch die Aktien von Kabel Deutschland um 1,73 Prozent auf 35,180 Euro nach. Börsianer verwiesen auf Gewinnmitnahmen und eine Abstufung durch die WestLB.