Abu Dhabi (dpa) - Der Lobeshymne von Michael Schumacher folgte der erste Warnschuss von Ferrari: Sebastian Vettel hat sich bei seinen ersten Testrunden als Formel-1-Weltmeister mit Platz zwei begnügen müssen. Ein Reifenschaden bremste den Red-Bull-Piloten bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag.

Schnellster bei den ersten Probefahrten in Abu Dhabi mit den neuen Pirelli-Pneus war Ferrari-Fahrer Felipe Massa. «Es war großartig, nach dieser unglaublichen Woche wieder zurück im Auto zu sein», beteuerte Vettel fünf Tage nach seinem WM-Triumph auf dem Yas Marina Circuit.

Für seinen Sensationserfolg erntete der neue deutsche Sportheld einen Ritterschlag von Rekordchampion Schumacher. «Wie er sich durch die Saison gebissen und zum Schluss groß aufgetrumpft hat, ist aller Ehren wert. Hub ab vor so viel Talent, Beharrlichkeit und Renngeilheit», schrieb der Vettel-Freund auf seiner Homepage.

Gleich nach dem Sieg und WM-Gewinn in Abu Dhabi hatte Schumacher dem 18 Jahre jüngeren Nachfolger gratuliert, «aber ich wollte es nun, da die ersten Glückwunsch-Wellen abgeebbt sind, nochmals wiederholen», erklärte Schumacher. Die einzigen beiden deutschen Formel-1-Champions kennen sich schon lange. 1995 bekam der einst als «Baby-Schumi» bezeichnete Vettel einen Pokal aus den Händen des großen Schumi.

15 Jahre später zieht der gerade mal 23-Jährige alle in seinen Bann. Nach dem Party-Marathon im Anschluss an seinen Sieg im letzten Rennen war der Red-Bull-Star aus Heppenheim offenbar heiß, schnell wieder in seinen Siegerwagen zu steigen. Unmittelbar nach dem Startschuss um 09.00 Uhr Ortszeit begann Vettel mit seiner Vorbereitung auf die Titelverteidigung im kommenden Jahr.

Insgesamt fuhr er 78 Runden, die beste in 1:40,500 Minuten. «Es lief besser als erwartet», befand der Hesse. Zudem konnte er die Rückkehr auf die Strecke zur Flucht vor den zahllosen Interview- Wünschen nutzen. «Es war heute sehr ruhig, ich wusste, was ich zu tun habe», sagte Vettel.

Freitag und Samstag können der jüngste Champion der Formel 1 und seine Jäger auf dem Yas Marina Circuit die neuen Pneus testen. 384 Reifen wurden dazu ins Wüsten-Emirat gebracht, für die kommende Saison plant Pirelli mit 50 000 Pneus für die Formel 1. «Die Reifen haben soweit gut funktioniert und haben keinen schlechten Eindruck gemacht. Zuerst muss man ein Gefühl bekommen», erklärte Vettel.