München (dpa) - Der Rückstand auf den Spitzenreiter ist noch immer immens, doch der Glaube an eine erfolgreiche Aufholjagd gewachsen. Inspiriert vom Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel will auch der FC Bayern Vollgas geben und der Konkurrenz trotz schwieriger Lage am Ende noch das Nachsehen geben.

«Vettel ist jetzt unser Vorbild. Wenn man so weit zurückliegt, kann man trotzdem zurückkommen», sagte der genesene französische Nationalspieler Franck Ribéry vor dem Spitzenspiel des Rekordmeisters am 20. November gegen Bayer Leverkusen. Der Hinweis von Ribéry auf die Erfolgsstory von Vettel war ganz im Sinne von Trainer Louis van Gaal: «Diese Parallele war sehr gut. Ich finde es sehr gut, dass auch meine Spieler alles für möglich halten.» Zwar sieht der Fußball-Lehrer sein Team unter Zugzwang, will aber noch nicht von einer entscheidenden Saisonphase sprechen. «Das ist noch Qualifying. Die K.o.-Phase kommt noch.»

Zumindest in den vergangenen Wochen eiferten die zwischenzeitlich auf Rang zwölf abgerutschten Bayern dem Formel-1-Weltmeister nach. Dank der passablen Ausbeute von elf Punkten aus fünf Spielen gehen sie immerhin vom sechsten Startplatz in das restliche Rennen um die Meisterschaft. Mit einem Sieg beim Tabellenzweiten Leverkusen soll der Aufwärtstrend fortgesetzt werden.

Weitere Rückschläge kann sich der FC Bayern aber nicht erlauben. Schließlich ist der Rückstand auf den bärenstarken Tabellenführer Borussia Dortmund auf bereits zwölf Punkte angewachsen. Mittelfeldspieler Toni Kroos, der von Januar 2009 bis Juni 2010 an Leverkusen ausgeliehen war und erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, gab die Richtung für das Spitzenspiel vor: «Wir brauchen jetzt Siege - nichts anderes.»

Große Hoffnung setzen die Münchner in Rückkehrer Ribéry. Nach seinem vielversprechenden Kurz-Comeback am vorigen Spieltag gegen Nürnberg (3:0) soll der Ballvirtuose dem Angriffsspiel mehr Schwung und Kreativität verleihen. «Ich denke, ich bin fit für 90 Minuten», sagte er der «Abendzeitung» und brachte damit seine Hoffnung auf einen Platz in der Startelf zum Ausdruck. Doch van Gaal ließ offen, ob er diesem Wunsch des Franzosen nachkommt. In der Innenverteidigung droht der Ausfall von Martin Demichelis (Oberschenkelverhärtung), dessen Platz Rekonvaleszent Breno einnehmen könnte.

Für Leverkusen verheißt die Statistik wenig Gutes. Seit nunmehr sechs Jahren gelang dem Bayer-Team kein Sieg gegen den FC Bayern. Doch von solchen Statistiken hält Trainer Jupp Heynckes wenig. Er vertraut auf die Stärke seiner Mannschaft, der zuletzt drei Siege in Serie gelangen. Die Rückkehrer Simon Rolfes und Renato Augusto sorgten für neuen Schwung und verhalfen heimlich, still und leise auf Rang zwei. «Bislang hat man von uns gar nicht so recht Notiz genommen. Das ist auch gut so», kommentierte Heynckes. Mit einem Sieg über die Bayern könnte sich das allerdings schnell ändern.