Gelsenkirchen/Bremen (dpa) - Schalke gegen Werder, das ist diesmal Frust-Gipfel statt Bundesliga-Spitzenspiel. Die beiden deutschen Champions-League-Teilnehmer kriseln seit Saisonbeginn, im Duell der Enttäuschten suchen sie nach einem Ausweg.

Für Felix Magath steht viel auf dem Spiel. Zuletzt musste sich Schalkes Trainer sogar Pfiffe der eigenen Fans anhören, die über Relegationsplatz 16 nach zwölf Spieltagen sauer sind. «Am Ende helfen einem Trainer nur Siege», sagte Magath vor der Partie gegen seinen früheren Club.

Magath und der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nahmen die königsblauen Profis in die Pflicht. «Die Truppe kann's doch und muss endlich begreifen, dass es ab sofort um alles geht. Wir müssen gegen Bremen den Bock umstoßen und die Wende schaffen», sagte Tönnies der «Bild»-Zeitung. «Wir müssen die Leistung, die wir beim 3:0 gegen St. Pauli phasenweise gezeigt haben, mal über 90 Minuten zeigen», forderte Magath mehr Konstanz von seinen Spielern. «Daran arbeiten wir.»

Die Partie gegen Werder ist für Magath das sechste Spiel gegen einen Ex-Club. Einen Sieg gab es weder gegen den HSV (1:2), Nürnberg (1:2), Stuttgart (2:2), Frankfurt (0:0) noch gegen Wolfsburg (2:2). «In der Meisterschaft sind die Bremer in einer ähnlichen Situation wie wir. Ich hoffe, dass Werder bei uns keinen Sahnetag erwischt», analysierte Schalkes mächtiger Mann die Lage bei den Hanseaten.

Auch Werder kommt mit der Politik der kleinen Schritte nicht wirklich aus der Krise. Clubchef Klaus Allofs und die Geschäftsführung hält dennoch fest zu Trainer Thomas Schaaf, wofür sich dieser in seiner typischen Art bedankte. «Etwas Positives zu hören, tut prinzipiell gut. Das stärkt meine Arbeit und bestätigt mich in meinem Handeln», sagte Schaaf.

Allofs denkt weiterhin an eine Aufholjagd in der Bundesliga. «Bis zur Winterpause haben wir in fünf Spielen Zeit, Boden gut zu machen. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir oben angreifen können, wenn wir unser Leistung konstant abrufen», sagte der Clubchef.

In Gelsenkirchen setzen die Bremer auf die Abwehrkünste von Per Mertesacker - er wurde im Länderspiel in Schweden geschont - und auf Rückkehrer Clemens Fritz. Er kehrt nach einer vierwöchigen Verletzungspause zurück. «Ihn können wir gut gebrauchen», sagte Schaaf und warnte seine Spieler vor der Schalker Offensive: «Gegen Top-Könner wie Huntelaar, Raul, Farfan oder Edu müssen wir viele Dinge wieder richtig machen, um dem Druck standzuhalten.» Im Bremer Angriff fehlt dagegen Marko Arnautovic. Der österreichische Nationalspieler fällt mit Adduktorenproblemen aus. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Mikael Silvestre. Der Verteidiger brach das Training wegen Rückenschmerzen vorzeitig ab.