Hamburg/Berlin (dpa) - Am Tag nach dem Deutschland-Start von Street View hat Google eine positive Bilanz gezogen. Im umstrittenen Panorama-Dienst seien weltweit doppelt so viele Bilder aufgerufen worden wie an normalen Tagen, teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg mit.

Viele Nutzer hätten sich über die neue Funktion des Kartendienstes Google Maps erfreut gezeigt. Dennoch hat der Internet-Riese noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

So sind in den bislang 20 verfügbaren Städten noch viele Abschnitte geschwärzt, weil Google nicht eindeutig identifizieren konnte, welche Hausfassaden verpixelt werden sollten. Wie viele Fälle noch bearbeitet werden müssen, teilte das Unternehmen nicht mit. Für diese Arbeit hatte es eigens mehr als 200 Mitarbeiter eingestellt.

Bis zum Start hatten mehr als 244 000 Bürger und Unternehmen beantragt, die Fassade ihres Hauses verpixeln zu lassen. Wie viele Anträge seit Donnerstag eingegangen sind, teilte Google nicht mit.

Mit dem Start des Dienstes verstärkte Google auch seine Sympathiewerbung. Neben der Online-Werbung setzte das Unternehmen auch auf die klassischen Medien: In Tageszeitungen und Magazinen erschienen am Freitag ganzseitige Anzeigen, in denen das Unternehmen die Vorzüge von Street View herausstellen will, Motto: «Das Leben ist eine Reise». Im Fernsehen und Kino sind Werbespots angelaufen.

Dem Street-View-Start war eine monatelange Debatte über den Datenschutz vorausgegangen. Kritiker hielten dem Unternehmen vor, die Persönlichkeitsrechte der Hausbewohner zu verletzen. Schließlich wurde der Dienst in Abstimmung mit dem für Google zuständigen Hamburgischen Datenschutzbeauftragten eingeführt.

Google Maps mit Street View