London (dpa) - Rafael Nadal gegen Roger Federer - das Duell der weltbesten Tennisspieler elektrisiert in diesen Tagen London.

Selbst der britische Premierminister David Cameron ließ es vor dem am 21. November beginnenden ATP-Tour-Finale nicht nehmen, die beiden Dominatoren des Tennis-Zirkus und die übrigen sechs Teilnehmer in seinem Amtssitz in der Downing Street 10 zu begrüßen. «Es ist fantastisch, dass das ATP-Tour-Finale wieder in London stattfindet», sagte der bekennende Tennis-Fan Cameron.

Bei der zweiten Auflage an der Themse ist erstmals auch ein deutscher Tennis-Profi in der 17 500 Zuschauer fassenden O2 Arena dabei: Philipp Petzschner tritt mit dem Österreicher Jürgen Melzer im Doppel an. «Das ist natürlich ein tolles Erlebnis», sagte Petzschner, der mit Melzer im Juli völlig überraschend Wimbledon gewonnen hatte. «Die Gefühle nach diesem Triumph kann man gar nicht in Worte fassen», sagte der 26-jährige Bayreuther, der zuletzt wegen einer Knöchelverletzung pausieren musste. «Inzwischen bin ich aber wieder vollkommen fit und freue mich auf das Event. Wir fahren nicht nach London, um uns die Stadt anzugucken», betonte Petzschner.

Dagegen steht hinter dem Leistungsvermögen des Weltranglisten-Ersten Nadal ein Fragezeichen. Der überragende Spieler der Saison, der mit den French Open, Wimbledon und den US Open die vergangenen drei Grand-Slam-Turniere gewonnen hat und im Moment uneinholbar auf dem Tennis-Thron sitzt, hat seit einem Monat kein Spiel mehr bestritten. Eine Schulterverletzung zwang das mallorquinische Kraftpaket zur Pause, doch inzwischen fühlt sich Nadal wieder fit.

Der 24-Jährige trifft in seinem Auftaktmatch am 22. November auf den Amerikaner Andy Roddick, zudem sind der Weltranglisten-Dritte Novak Djokovic aus Serbien und der tschechische Wimbledon-Finalist Tomas Berdych Nadals Gegner. «Es wird eine große Herausforderung, aber ich werde mein Bestes geben», sagte der Olympiasieger von 2008.

Im vergangenen Jahr schied der Spanier allerdings bereits in der Vorrunde aus, hat bei der mit rund 2,7 Millionen Euro dotierten Veranstaltung also noch einiges gutzumachen. Druck verspürt Nadal dennoch keinen. «Egal, wie es ausgeht, ich hatte trotzdem ein fantastisches Jahr», sagte der neunfache Grand-Slam-Sieger.

Federer präsentierte sich just vor dem letzten Höhepunkt des Jahres in bestechender Form. Erfolge in Stockholm und seiner Heimat Basel schraubten die Zahl der Turniersiege in diesem Jahr auf vier, darunter die Australian Open zu Beginn 2010. «In Melbourne habe ich mit das beste Tennis meines Lebens gespielt», sagte der Schweizer, der den Saisonabschluss bislang viermal gewinnen konnte. Nur Pete Sampras und Ivan Lendl siegten noch einmal öfter.