Berlin (dpa) - Jenny Wolf strahlte und ließ sich feiern: Die derzeit beste Eissprinterin der Welt hat in Berlin den erhofften Weltcup-Heimsieg geschafft. Die Olympia-Zweite gewann zum Auftakt über 500 Meter und hatte nach ihrem Doppelerfolg in Heerenveen auch im dritten Saisonrennen die Nase vorn.

Der Jubel der 300 Zuschauer in der spärlich gefüllten Halle tröstete die 31-Jährige locker darüber hinweg, dass sie in 38,08 Sekunden den angepeilten Bahnrekord um mehr als eine halbe Sekunde verpasste. «Hier in Berlin zu gewinnen, ist toll. Auch wenn die Zeit nicht so schnell war, bin ich sehr zufrieden», sagte Wolf nach dem 53. Weltcupsieg ihrer Karriere.

Rang zwei belegte Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa (38,24) aus Südkorea, Dritte wurde die Niederländerin Margot Boer (38,66). Judith Hesse (38,82) aus Erfurt überzeugte als Sechste und konnte sich nicht an eine bessere Platzierung über 500 Meter erinnern. «Ich bin einfach nur Schlittschuh gelaufen», sagte Hesse zufrieden.

Jenny Wolf will am folgenden Tag auch das zweite 500-Meter-Rennen gewinnen, nachdem ihr in den vergangenen beiden Jahren ein Doppelerfolg auf der Heimbahn im Sportforum Hohenschönhausen verwehrt blieb. «Ich weiß, dass ich mich noch verbessern kann», sagte Wolf mit Blick auf die zweite Kurve, in der ihr diesmal etwas Kraft fehlte.

Bei den Männern schaffte der deutsche Meister Nico Ihle aus Chemnitz in 35,28 Sekunden als Siebter erneut den Sprung unter die besten Zehn. Vor einer Woche hatte Ihle in Heerenveen als Fünfter sein bestes Weltcup-Resultat erreicht. Der Olympia-Dritte Joji Kato siegte in 35,03 Sekunden mit nur einer Hundertstel vor dem Niederländer Jan Smeekens und kam zum zweiten Saisonsieg.

Eine Woche nach ihrem 3000-Meter-Erfolg in Heerenveen will Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert am Samstag über diese Distanz ihren insgesamt vierten Weltcupsieg folgen lassen. «Ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin und die nächsten Weltcups kommen können», sagte die Olympia-Zweite aus Erfurt dem ZDF.

Diesmal dürfte es zum Duell gegen Olympiasiegerin Martina Sablikova kommen, die als Siebte über 1500 Meter ihren Weltcup-Einstand gab. Die Tschechin hatte am vorangegangenen Wochenende wegen Magenproblemen abgesagt. Die Kanadierin Christine Nesbitt holte sich in 1:57,03 Minuten überlegen ihren dritten Saisonsieg. Die Berlinerin Monique Angermüller schonte sich wegen Muskelproblemen und will nur am Sonntag über 1000 Meter starten. Die 5000 Meter der Männer gewann der Olympia-Zweite Lee Seung-Hoon aus Südkorea.