München (dpa) - Die Wachablösung an der Spitze ist perfekt - der FC Erzgebirge Aue ist die neue Nummer eins in der 2. Fußball- Bundesliga. Mit dem 2:1 gegen Alemannia Aachen setzte der seit zehn Spielen ungeschlagene Aufsteiger seinen Höhenflug fort.

Sie übernahmen am 13. Spieltag erstmals in dieser Saison die Tabellenführung vor Hertha BSC. Die Berliner hatten mit dem 0:2 am Freitag in Osnabrück den Weg für Aue freigemacht. «Die Mannschaft hat wieder alles abgerufen. Das spricht für ihren Charakter und ihre Klasse. Ich bin stolz», sagte Aues Trainer Rico Schmitt nach der Zitterpartie, «jetzt sind wir die Gejagten, aber wir lassen uns nicht nervös machen und wollen die Spiele bis zur Winterpause mit Bravour bestehen». Zum Abschluss des Spieltags empfängt der MSV Duisburg im Verfolgerderby Energie Cottbus.

Der seit zehn Spielen ungeschlagene TSV 1860 München büßte auf seiner Aufholjagd wichtige Heimpunkte ein. Beim 3:3 gegen den FSV Frankfurt verspielten die «Löwen» eine 3:1-Führung. «Das ist bitter, wenn man eine Führung verspielt und dann auch ein paar Matchbälle vergibt», ärgerte sich 1860-Trainer Reiner Maurer nach der turbulenten Partie.

Der FC Augsburg verbesserte sich mit dem 3:1 über den abstiegsgefährdeten Karlsruher SC vorerst auf den vierten Tabellenplatz. Der FCA kam aber erst nach dem Platzverweis von Matthias Langkamp in Fahrt. Torsten Oehrl und Michael Thurk stellten in den Schlussphase den glanzlosen Sieg sicher. Beim KSC saß Interimstrainer Michael Kauczinski zum letzten Mal auf der Bank, heißer Kandidat auf seine Nachfolge ist Uwe Rapolder.

Mit Freudentänzen auf dem Rasen feierten Aues Spieler die Tabellenführung. Aber zuvor mussten sie bange Minuten überstehen, ehe der sechste Heimsieg und die Tabellenführung unter Dach und Fach waren. Nach der 2:0-Führung durch Adli Lachheb (24.) und Jan Hochscheidt (61.) sorgte Marco Höger (67.) mit einem verwandelten Foulelfmeter noch einmal für Spannung. «Ich denke, dass jetzt auch der Letzte begriffen hat, wer Aue ist», sagte Mittelfeldspieler Marc Hensel.

In der Münchner Allianz Arena reichten den «Löwen» die Tore von Alexander Ludwig, Stefan Bell und Benjamin Lauth nicht zum Sieg. Sascha Mölders mit seinem Saisontreffern sechs und sieben sowie Samil Cinaz retteten Frankfurt einen verdienten Punkt. «Das war ein Spiel mit offenem Visier und hätte keinen Verlierer verdient gehabt», meinte FSV-Coach Hans-Jürgen Boysen.

Hertha scheiterte in Osnabrück an der Leidenschaft des VfL, doch für Berlins Trainer Markus Babbel war das Schiedsrichtergespann schuld an der zweiten Auswärtsniederlage der Saison. Die Unparteiischen um den zuletzt verstärkt in die Kritik geratenen Referee Wolfgang Stark (Ergolding) hatten vor dem 2:0 eine Abseitsposition der Gastgeber übersehen.«Das muss der Schiri sehen, dafür sind sie Profis, dafür sind sie da», sagte Babbel, der aber auch mit seinem eigenen Team ins Gericht ging: «Es fehlte der letzte Wille, das Tor zu machen.»