Berlin/Washington (dpa) - Die Hinweise auf Terrorattacken islamistischer «Gotteskrieger» in Deutschland werden konkreter. Nach Informationen aus verschiedenen Quellen befürchten Fahnder einen Sturmangriff auf den Reichstag in Berlin oder ein Bombenattentat etwa auf einen Weihnachtsmarkt.

Kanzlerin Angela Merkel sieht eine reale Gefährdung, versucht aber, die Angst vor Anschlägen zu dämpfen. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, betont, es gebe keine Informationen über konkrete Ziele oder Täter. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) unterstrich den Ernst der terroristischen Bedrohung für Deutschland.

Die Terrororganisation Al-Kaida feierte ihren misslungenen Anschlag mit zwei Paketbomben unterdessen als Erfolg. Dem Westen würden milliardenschwere Ausgaben für neue Sicherheitsmaßnahmen aufgezwungen, heißt es in einer Erklärung der im Jemen beheimateten Al-Kaida-Zellen. Im Oktober waren Paketbomben des Terrornetzwerks in Luftpostsendungen in Dubai und Großbritannien entdeckt worden.

In Deutschland patrouilliert die Polizei nach den Terrorwarnungen schwer bewaffnet auch an Flughäfen und Bahnhöfen. Nach Informationen der US-Bundespolizei FBI soll sich an diesem Montag ein Terrorkommando in Richtung Deutschland in Marsch setzen. Zwei Attentäter sind angeblich schon in Berlin.

Hintergrund für die jüngsten Terrorwarnungen des Innenministers sind nach nicht dementierten Berichten des «Spiegels» und der SWR- Sendung «Report Mainz» Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden aus eigenen Quellen und von der US-Bundespolizei FBI.

Laut «Spiegel» hat sich ein aus Deutschland kommender Islamist telefonisch aus dem Ausland mit dem Wunsch gemeldet, er wolle aus der Terrorszene aussteigen. Nach seiner Darstellung will ein Kommando von Al-Kaida und verbündeten Gruppen möglicherweise den Sitz des Bundestages stürmen, Geiseln nehmen und ein Blutbad anrichten. Die Attacke auf die Touristenattraktion könne für Februar oder März geplant sein. Als weitere Anschlagvariante nannte der Mann einen Bombenanschlag mit einem Handy als Zünder. Von zwei solchen Szenarien berichtet auch «Report Mainz» unter Berufung auf ein BKA-Papier.

Nach diesen Informationen sind zwei Islamisten vor sechs bis acht Wochen nach einer Terrorausbildung in Pakistan in Berlin untergetaucht. Vier Komplizen warteten auf ihre Abreise.