Berlin (dpa)- Bei einem ihrer seltenen Auftritte in Deutschland hat die französische Schauspielerin Isabelle Huppert (57) am Samstagabend das Publikum begeistert. Im Haus der Berliner Festspiele stand sie als Blanche DuBois in «Un Tramway» auf der Bühne.

Regie bei der Neuinterpretation von Tennessee Williams' Drama «Endstation Sehnsucht» führte der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski. In der zweieinhalbstündigen Inszenierung ohne Pause zeigte Huppert eine Frau mit flirrender Persönlichkeit zwischen Selbstzerstörung und Selbstmitleid - von vielen begehrt, aber auch massiv missbraucht. Während Huppert von den Zuschauern mit enthusiastischem Beifall gefeiert wurde, musste der Regisseur auch Buhrufe einstecken.

Warlikowski erzählt die Geschichte der alkoholabhängigen, verzweifelten Lehrerin Blanche in einer namenlosen, modernen Gegenwart. Videoprojektionen erlauben es den Zuschauern, die Mimik der Darsteller stets ganz aus einer schmerzhaften Nähe zu sehen.

Huppert spielt bereits zum dritten Mal beim jährlichen Berliner Festival «SpielzeitEuropa». Als Marquise de Merteuil entzückte sie 2006 das Publikum in Robert Wilsons Inszenierung von Heiner Müllers «Quartett». Unter der Regie von Claude Régy war sie 2005 in Sarah Kanes «4.48 Psychose» zu sehen.