BKA-Präsident Jörg Ziercke macht deutlich, dass ihm die detaillierten Medienberichte nicht passen. Verdeckte Ermittlungen und Quellen der Behörden könnten gefährdet werden, warnte er am Samstagabend bei einer schnell einberufenen Pressekonferenz. Im Klartext: Verdächtige sind gewarnt, der angebliche Dschihad- Aussteiger muss als Verräter um sein Leben fürchten.

Schnell taucht die Frage auf, wer Interesse daran haben könnte, Erkenntnisse der Behörden öffentlich zu machen. In Sicherheitskreisen wird über internationale Quellen spekuliert oder über informationsfreudige deutsche Parlamentarier. Auch eine andere Version ist nicht ausgeschlossen: Bei früheren Fällen haben Ermittler schon Informationen an die Öffentlichkeit durchgestochen, um die Verdächtigen nervös zu machen.

Unter Innenexperten im Parlament wird ein Anschlag auf den Bundestag derzeit als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Zwar könne ein symbolischer Schaden angerichtet werden. Aber mit einer Bombe könne wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen niemand in den Bundestag vordringen. Das Gebäude sei geschützt wie eine Festung. In Sicherheitskreisen ist man da nicht so sicher: Alle Hinweise müssten extrem ernst genommen werden, heißt es.

Kanzlerin Angela Merkel spricht von einer realen Gefährdung durch den Terrorismus, ruft die Menschen aber auf, sich nicht verunsichern zu lassen. Auch Ziercke versucht, die Aufregung einzudämmen. Seine Behörde habe keine Informationen über konkrete Anschlagsorte oder Täter. Aber natürlich könnten «symbolträchtige Objekte in Deutschland insgesamt im Fokus stehen». Zur Hysterie bestehe jedoch kein Anlass, sagt er wie sein Chef de Maizière: «Ich gehe in jedem Fall mit meinen Kindern auf den Weihnachtsmarkt.»