Hamburg (dpa) - Bei der Suche nach einem Nachfolger für HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher zeichnet sich eine bankinterne Lösung ab: Laut einem unbestätigten Bericht der «Welt» ist die Wahl auf den jetzigen HSH-Risikovorstand Constantin von Oesterreich gefallen.

Auf den 57-Jährigen hätten sich Vertreter der Hauptaktionäre Hamburg und Schleswig-Holstein mit Aufsichtsratschef Hilmar Kopper geeinigt, schrieb die «Welt» am Wochenende. Ein Sprecher der HSH Nordbank wollte die Meldung auf dpa-Anfrage nicht näher kommentieren und erklärte lediglich: «Der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit einen Vorstandsvorsitzenden berufen. Alles andere bis dahin ist Spekulation». Auch ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde sprach auf dpa-Anfrage von «reiner Spekulation». Die Suche nach einem neuen HSH-Chef sei Sache des Aufsichtsratsvorsitzenden Kopper.

Wie die «Welt» unter Berufung auf Bankkreise berichtete, setzte sich von Oesterreich gegen seinen Vorstandskollegen Martin van Gemmeren und den schwedischen Bad-Bank-Experten Jan Eric Kvarnström durch. Gegen van Gemmeren habe seine lange Zugehörigkeit zur Krisenbank HSH gesprochen, bei Kvarnström seien seine Verbindungen zu anderen Banken hinderlich gewesen.

Kopper kennt von Oesterreich seit vielen Jahren von der Deutschen Bank. Erst vor gut einem Jahr kam der Manager von der Deutschen Bank zur HSH und hat laut «Welt» keinerlei Verbindung zu den HSH- Skandalen. Er genieße auf der Kundenseite hohes Vertrauen und könne die Sanierung der Bank erfolgreich und unbehelligt fortsetzen, hieß es.

Der umstrittene HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher führt die Bank nur noch auf Abruf: Der Aufsichtsrat soll ihn nach dem Willen der Eigentümer in seiner Sitzung am 2. Dezember abberufen, weil er in mehrere Affären verstrickt sei und das Vertrauen verloren habe.