Bremen (dpa) - Die Gewerkschaft IG Metall hat fehlende Tarifregelungen in der deutschen Windkraftbranche beklagt und will dort für faire Arbeitsbedingungen kämpfen.

Das saubere Image der Branche passe nicht zur Situation vieler Betriebe, sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, am Sonnabend nach einer Konferenz mit Betriebsräten in Bremen. «Tarifverträge sind eine Ausnahme, die Leiharbeit ist weit verbreitet und die Bezahlung ist häufig undurchsichtig», kritisierte er. Auch beim Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Mitbestimmung gebe es Defizite. Es werde teilweise versucht, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern.

Dem «Weser-Kurier» (Samstag) sagte der Gewerkschafter, die Branche sei sehr urwüchsig gewachsen und noch sehr individualistisch von einzelnen Unternehmern geprägt. Die Gewerkschaft habe es schwer, Fuß zu fassen. Einige Unternehmer hätten sich wohl zu sehr daran gewöhnt, nach eigenem Gusto zu agieren.

Wetzel kündigte an, die IG Metall werde für einen flächendeckend geltenden Tarifvertrag kämpfen. Bisher sei es zwar gelungen, bei fast allen Herstellern Betriebsräte zu gründen, doch erst mit zwei Unternehmen seien auch Tarifverträge abgeschlossen worden. «Das ist ein wichtiger Schritt, aber das reicht noch nicht aus», sagte Wetzel.

Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, forderte auf der Konferenz, bei der staatlichen Förderung der Branche auch auf die Arbeitsbedingungen zu achten: «Die Windkraftindustrie darf nicht blind gefördert werden. Subventionen müssen abhängig davon sein, ob in den Betrieben Tarifverträge gelten und Interessenvertretungen bestehen.»

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