Frankfurt/Main (dpa) - Wenig beeindruckt vom EU-Rettungsschirm für Irland haben die deutschen Standardindizes am Montag mit leichten Verlusten geschlossen. Der Markt warte auf «harte Fakten» und könne bislang nur spekulieren, sagte Marktstratege David Buik von BGC Partners.

In kurzzeitiger Begeisterung war der Dax am Morgen über die 6900-Punkteschwelle gerauscht, danach aber ins Minus gerutscht. Dort schloss er mit einem Abschlag von 0,31 Prozent bei 6822,05 Punkten. Für den MDax stand bei 9383,11 Punkten ebenfalls ein Minus von 0,31 Prozent zu Buche. Der TecDax sank um 0,24 Prozent auf 788,39 Punkte. Ein Händler kommentierte die Gipfelabfahrt als typisch für Rettungen: Erst werde gefeiert und dann frage man sich: «Was feiern wir hier eigentlich?»

Auf Unternehmensseite standen Finanzaktien auf der Verkaufsliste. Titel der Commerzbank etwa verloren 1,90 Prozent auf 5,984 Euro und Deutsche-Bank-Papiere fielen um 1,40 Prozent auf 39,865 Euro. Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse verwies auf einen Artikel der «Financial Times», der die Titel belastete. Demzufolge sollen den US-Banken wegen strengerer Vorschriften im Zuge der anstehenden Basel-III-Reform noch fast 150 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital fehlen. Das belastete auch den Bankensektor in Deutschland. Das Blatt bezog sich auf eine Studie der Investmentbank Barclays zu dem Thema.

Die Papiere von ThyssenKrupp hingegen gewannen nach einem Bericht des «Handelsblatts» über einen möglichen Umbau 0,35 Prozent auf 28,490 Euro hinzu. Konzernchef Ekkehard Schulz will dem Bericht zufolge wenige Wochen vor seinem Rückzug die Weichen für einen Umbau der defizitären Edelstahlsparte stellen.

Die Aktien deutscher Autobauer profitierten größtenteils von einer positiven Branchenstudie. VW-Vorzugsaktien und BMW-Titel zogen an der Dax-Spitze um 2,61 und 1,80 Prozent an.

In der zweiten Reihe legten die beiden Medientitel ProSiebenSat.1 Media und Sky Deutschland zu. Sie gewannen 2,83 und 3,85 Prozent hinzu. Bei Sky verwiesen Händler weiterhin auf einen Bericht vom vergangenen Donnerstag, wonach der Sender und die Deutsche Telekom über eine Wiederaufnahme ihrer Fernsehzusammenarbeit diskutieren. Im SDax setzten die Papiere des Bau- und Möbelzulieferers Pfleiderer ihrer jüngste Talfahrt fort und brachen um weitere 17,49 Prozent ein.

Der EuroStoxx 50 verlor 1,21 Prozent auf 2811,43 Punkte. Auch die Börsen in Paris und London gaben nach. In den USA tendierten die Börsen zum europäischen Handelsschluss uneinheitlich. Während der Leitindex Dow Jones etwas nachgab, legten die Nasdaq-Indizes zu.