Rom (dpa) - Von wegen Lustreise. Auch wenn der FC Bayern in der Champions League das Achtelfinal-Ticket schon in der Tasche hat, will Louis van Gaal keinen Schlendrian beim AS Rom dulden.

«Das Spiel ist vielleicht nicht so wichtig für die Champions League. Aber es ist wichtig für das Selbstvertrauen. Und für die Bundesliga wäre es sehr wertvoll, dass wir nicht verlieren», sagte der Niederländer in Rom. Es geht für den deutschen Fußball-Meister immerhin noch um den Gruppensieg: «Rom muss gewinnen, wir sind mit einem Punkt Erster. Das ist auch wichtig», rechnete van Gaal vor.

«Wenn man Erster wird, kann man im Achtelfinale vielleicht den großen Favoriten ausweichen», sagte Philipp Lahm angesichts der Tatsache, dass man in der ersten K.o.-Runde auf einen Gruppenzweiten treffen würde und damit wohl nicht auf Chelsea oder Real Madrid.

Anders als in der Bundesliga, wo man in jedem Spiel zum Siegen verdammt ist, würde den Bayern (12 Punkte) am Dienstag im Stadio Olimpico schon ein Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Rom (6) für Rang eins ausreichen. «Es wäre schön, noch den einen Punkt zu holen», sagte darum Karl-Heinz Rummenigge.

Der Bayern-Chef gab sich schon auf der Anreise nach Italien sehr kämpferisch. Im Gegensatz zu Franz Beckenbauer und Sportdirektor Christian Nerlinger mag Rummenigge die Jagd auf Borussia Dortmund nicht abblasen. Trotz 14 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter der Bundesliga bleibe die Meisterschaft das Ziel. «Ich bin nicht bereit, den Titel abzuschreiben. Ich werde bis zur letzten Patrone kämpfen», verkündete Rummenigge.

In Italiens Hauptstadt können es die seit neun Pflichtspielen unbesiegten Bayern trotz des Kampfes um den Gruppensieg und 800 000 Euro Siegprämie jedoch ein wenig lockerer angehen lassen. «Es geht nicht mehr um die Wurst», sagte Mario Gomez, der seinen Tor-Lauf fortsetzen möchte: «Ich werde wieder versuchen, ein Tor zu machen.»

Van Gaal bescheinigte Gomez, «ein besserer Spieler» geworden zu sein. In Rom möchte er andere nach Verletzungen «wieder fit machen» - allen voran Franck Ribéry. Der Franzose trainiere «fantastisch», berichtete van Gaal, jetzt soll er weitere Wettkampfpraxis sammeln.