Offenbach (dpa) - Der November, der so mild begann, endet winterlich. Zumindest in den Mittelgebirgen ist der Winter schon da, über Nacht hat es Tief «Gundula» auf den Bergen kräftig schneien lassen.

Den meisten Schnee bekam der Harz ab: 43 Zentimeter Neuschnee meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag vom Brocken, sonst fielen im Oberharz über Nacht rund 30 Zentimeter Schnee. «Das ist schon imposant», sagte DWD-Meteorologe Thomas Ruppert. Noch vor zehn Tagen, am 14. November, hatten in Deutschland fast frühlingshafte Temperaturen geherrscht.

Auf Hessens höchstem Berg, der 950 Meter hohen Wasserkuppe in der Rhön, fielen in der Nacht zum Dienstag immerhin 15 Zentimeter Neuschnee, im Thüringer Wald waren es 13 Zentimeter. Im Flachland regnete es. Noch - denn auch dort mischen sich in den kommenden Tagen bei sinkenden Temperaturen mehr und mehr Schneeflocken dazu.

Auch wenn «Gundula» nach Osteuropa abgezogen ist, bleibt das nasskalte Wetter bis zur nächsten Woche, gleichzeitig dringt immer mehr polare Meeresluft nach Deutschland. «So gibt es in den kommenden Tagen immer wieder Niederschläge, die zunehmend in Schnee übergehen und die im Bergland zum Teil ergiebig sind», sagte Ruppert. Erreichen die Temperaturen am Mittwoch und Donnerstag tagsüber noch Pluswerte bis fünf Grad, gibt es am Freitag nur noch Höchstwerte um den Gefrierpunkt. Nachts ist es zunächst noch nicht überall frostig, aber in der Nacht zum Freitag erwarten die Meteorologen mäßigen bis strengen Frost bis minus zehn Grad.

Ganz anders hatte der November begonnen: Am 4. war es im Rhein- Main-Gebiet fast 20 Grad mild, am 14. in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs. Die Durchschnittstemperatur der ersten zwei Monatsdrittel liege vier Grad über dem November-Normalwert, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. Dazu war es bisher viel zu nass, im Schnitt fielen seit Monatsbeginn 80 Liter Regen oder Schnee pro Quadratmeter, das ist schon mehr als sonst im ganzen November (67 Liter). In Teilen Sachsen-Anhalts ist der November-Regen-Rekord von 1951 bereits eingestellt: In Wittenberg zum Beispiel fielen seit Monatsbeginn 125 Liter pro Quadratmeter, der November-Rekord aus 1951 lag dort bei 97 Litern.