Athen (dpa) - Grünes Licht für die nächste Tranche des Griechenland-Rettungspakets: Es handelt sich um neun Milliarden Euro, die bis Mitte Januar gezahlt werden sollen. Dies teilten Kontrolleure des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Union (EU) mit.

Zudem brachte ein IWF-Vertreter eine Streckung der Rückzahlungsfrist für einige an das Land vergebene Kredite ins Gespräch.

Der IWF und die Euro-Länder helfen den Griechen mit insgesamt 110 Milliarden Euro bis 2013. Die Rettungsgelder werden alle drei Monate in Tranchen ausgezahlt, nachdem die Kontrolleure die Bücher in Athen geprüft haben. Die nächste Tranche ist für Mitte März 2011 geplant.

Künftig wird den Angaben zufolge gesetzlich festgelegt, dass für jede Neueinstellung im Staatsdienst zuerst fünf Angestellte in Rente gehen. Zudem sollten kleinere Gewerkschaften niedrigere Löhne mit den Arbeitgebern vereinbarten können, als die Tarifverträge der Dachverbände vorsehen, berichtete der staatliche griechische Rundfunk weiter.

Das Land sei auf dem richtigen Kurs. Es müsse sich aber weiter «anstrengen». Vor allem im Gesundheitswesen könne noch viel Geld gespart werden. Griechenland werde nach Ansicht des IWF- Vertreters Poul Thomsen nach etwa zwei Jahren in der Lage sein, sich Geld am Markt zu leihen. Im Notfall könne es auch eine «Streckung der Fristen» oder kleinere Zusatzkredite geben, meinte Thomsen.

Die griechische Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte in den vergangenen 13 Monaten eine drastische Sparpolitik durchgesetzt, um das Land vor dem Staatsbankrott zu retten. Deswegen gab es Streiks und massive Proteste.