Rom (dpa) - Bayern-Coach Louis van Gaal und sein unzufriedener Star Franck Ribéry haben nach einer Aussprache in Rom ihre Differenzen vorerst beigelegt.

Nach den öffentlichen Klagen des Franzosen über sein schwieriges Verhältnis zum Trainer des FC Bayern München stellte van Gaal den sensiblen Franzosen in der Champions-League-Partie beim AS Rom erstmals seit dem 21. September wieder von Beginn an auf. In einem Gespräch gingen die beiden aufeinander zu. Van Gaal verriet danach: «Heute haben wir miteinander gesprochen, und es war Liebe auf den ersten Blick.»

Vor der demonstrativen Versöhnung hatte Ribéry seinem Frust wieder Luft gemacht. «Ich kann nicht sagen, dass ich viel Spaß mit ihm habe, oder dass ich eine besondere Beziehung zu ihm habe. Das ist für mich ein Problem. Ich mache meinen Job, er macht seinen», wetterte der französische Fußball-Nationalspieler in einem Interview des Pay-TV-Senders Sky, das kurz vor Anpfiff der Partie gegen die Roma ausgestrahlt wurde. Van Gaal erklärte bei Sky, er sei sich bewusst, dass Ribéry mehr Streicheleinheiten als andere brauchen würde.

Ribéry kämpft nach einem Bänderriss im rechten Fuß wieder einmal um den Anschluss. Dabei kam es zu neuen Meinungsverschiedenheiten mit van Gaal. Der Disziplin-Fanatiker hatte den Mittelfeldspieler nach einem Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching in der vergangenen Woche gerügt: «Er hat sich nicht bemüht.»

Im TV-Interview konterte Ribéry und bat nahezu flehend um mehr Aufmerksamkeit: «Ich gebe mein Bestes, tue alles, um wieder fit zu sein. Aber wenn der Trainer immer schlecht über einen redet, wenn er einen immer wieder runterzieht, dann wird es schwierig. Weil ich ja seine Hilfe, sein Vertrauen benötige. Ich muss mit ihm reden, muss Spaß mit ihm haben. Falls ich all das nicht habe, kann es auf dem Spielfeld ja auch nicht funktionieren.» Er sei «sehr enttäuscht» gewesen, van Gaals Einschätzung über die Presse zu erfahren: «Ich hätte es besser gefunden, dass er es mir direkt sagt.»

Trotz aller harten Worte relativierte Ribéry seine Kritik am Trainer aber und drückte gleichzeitig seine großen Respekt für van Gaal aus: «Ich fühle ja auch, dass er mich mag», bemerkte er versöhnlich, «ich hätte gern mehr Kontakt zu ihm, dass es mehr Wertschätzung zwischen uns gibt.»