London/Berlin (dpa) - Apple geht laut einem Zeitungsbericht einer drohenden direkten Konfrontation mit Mobilfunk-Anbietern um dem Vertrieb seiner iPhone-Handys vorerst aus dem Weg. Die nächste iPhone-Generation werde im kommenden Jahr nun doch ohne eine integrierte SIM-Karte ausgeliefert.

Das schrieb die «Financial Times» am Dienstag. Zuvor hatte es Berichte gegeben, Apple wolle seine Geräte mit solchen Universal-SIM-Karten ausstatten. Kunden bräuchten sich dann keine SIM von einem Mobilfunk-Anbieter mehr holen, sondern müssten nur die bereits vorhandene Karte mit den Daten eines Providers aktivieren.

Ende vergangener Woche hatte ebenfalls die «Financial Times» berichtet, mehrere große Mobilfunk-Konzerne wollten sich das nicht gefallen lassen und drohten damit, die iPhones nicht mehr zu subventionieren. Dank der Subventionierung bekommt man das Gerät bei Abschluss eines Vertrages für wenige Euro statt des tatsächlichen Preises von mehreren hundert Euro.

Apple hatte schon zum iPhone-Start 2007 versucht, den Mobilfunk- Markt aufzumischen. Das Smartphone wurde zunächst ohne Subvention zum Preis von 600 Euro verkauft und Apple wollte stattdessen an den Erlösen der Mobilfunker beteiligt werden. Dieses Geschäftsmodell hielt jedoch nicht lange.

Brancheninsider bezweifelten, dass Apple die Idee mit der Universal-SIM grundsätzlich aufgegeben habe, berichtete die «FT» weiter. Zudem gibt es in der Branche durchaus Bewegung in diese Richtung: Die Branchen-Organisation GSMA richtete vergangene Woche eine Arbeitsgruppe ein, die sich Gedanken über eine Universal-SIM machen soll. Die Mobilfunk-Unternehmen denken dabei aber weniger an Handys sondern eher an die Vernetzung von Technik wie etwa Kameras, Navigations-Geräten oder Stromzählern. Die Gruppe solle zum Januar 2011 eine Marktanalyse abschließen und 2012 könnte erste Geräte mit der Universal-SIM eingeführt werden, hieß es.

«FT»-Bericht

«FT» zum Widerstand der Mobilfunk-Branche