Leverkusen (dpa) - Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft verliert in Birgit Prinz und Ariane Hingst nach der Heim- Weltmeisterschaft aller Voraussicht nach zwei ihrer Galionsfiguren.

Rekordnationalspielerin Prinz erklärte zum ersten Mal deutlich ihre Absicht, nach der WM im kommenden Jahr ihre internationale Karriere zu beenden. «Der Plan ist, nach der WM aufzuhören. Die WM wäre ein schöner Abschluss», kündigte die 33 Jahre alte deutsche Spielführerin vor dem letzten Länderspiel des Jahres am Donnerstag in Leverkusen gegen Nigeria an.

Die Frauen-WM, die vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 zum ersten Mal in Deutschland stattfindet, wird wohl auch für Ariane Hingst zum Abschiedsevent. Die Abwehrspielerin und Clubkameradin von Prinz beim Bundeslisten 1. FFC Frankfurt will ihre DFB-Laufbahn nach den Titelkämpfen ebenfalls beenden. «Ich denke nicht, dass ich nach der WM noch großartig in der Nationalmannschaft spielen werde», sagte die 31-Jährige, die gegen Nigeria vor ihrem 169. Länderspiel steht.

«Wir haben sehr viele junge Spielerinnen mit großem Potenzial, ohne dass ich da jemanden als meine Nachfolgerin oder Erbin als mögliche Weltfußballerin nennen möchte», betonte Prinz, dass sie einem Neuaufbau der Nationalelf nicht im Wege stehen will. Dass sie nach der WM ihre einmalige Laufbahn nach dann 17 Jahren im DFB-Dress beenden will, hatte sie zwar mehrfach durchblicken lassen, in dieser Deutlichkeit jedoch noch nicht erklärt.

Die nicht nur von Bundestrainerin Silvia Neid als «außergewöhnliche Persönlichkeit» gerühmte Prinz sammelte Titel und Auszeichnungen wie keine andere Fußballerin der Welt. Mit der DFB-Elf wurde die Frankfurterin, die 1994 als 16-Jährige im Länderspiel in Montreal gegen Kanada debütierte, zweimal Weltmeisterin (2003 und 2007). Sie gewann fünf EM-Titel (1995, 1997, 2001, 2005 und 2009) und bei Olympischen Spielen drei Bronzemedaillen.

In bislang 207 Länderspielen erzielte die dreimalige Weltfußballerin (2003 bis 2005) 126 Tore - einzigartig in der DFB- Geschichte. Darüber hinaus holte sie unzählige nationale Titel und wurde mit dem 1. FFC Frankfurt dreimal Europapokalsieger. Auch ihr Ausflug in die amerikanische Profi-Liga war erfolgreich. Mit Carolina Courage gewann sie 2002 den US-Titel.

Trotz der unzähligen Triumphe und Titel steht die ausgebildete Physiotherapeutin, die derzeit nebenbei am Frankfurter Olympiastützpunkt arbeitet und ihr Psychologie-Studium abschloss, ungern im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Ihre einzigartige Karriere würde sie gern mit dem dritten WM-Titel in Serie krönen. «Wir wollen Weltmeister werden. Die Öffentlichkeit erwartet das sowieso», sagte Prinz. «Wir sind selbstbewusst genug, um uns mit Überzeugung ein solches Ziel zu stecken. Aber natürlich wissen wir auch, dass es keine Garantie für den Erfolg gibt.»