Frankfurt (dpa) ­ Die Sorgen um die europäische Schuldenkrise haben den Dax mit einem Minus aus der Handelswoche gehen lassen. Der Leitindex sank am Freitag um 0,45 Prozent auf 6848,98 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich sogar unter die Marke von 6800 Punkten gesackt war.

Auf Wochensicht entspricht das aber einem Plus von 0,08 Prozent. Der MDax fiel um 0,27 Prozent auf 9458,54 Punkte, für den TecDax ging es dagegen um 0,37 Prozent auf 792,51 Punkte nach oben. "Die Krise in der Eurozone ist immer noch das wichtigste Thema für die Anleger", sagte Marktstratege Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Nun stelle sich die Frage, ob auch Portugal und Spanien unter den Rettungsschirm von EU und IWF schlüpfen werden. Insofern hätten am Markt einige Investoren nach Gewinnen in den vergangenen Wochen Kasse gemacht. Nach Meinung von Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank ist es undenkbar, dass hochverschuldete Euroländer fallen gelassen würden. "Man wird nichts kaputtgehen lassen", sagte er. Diese Gewissheit wiederum halte das Minus in Grenzen.

Banken im Bann der Schuldenkrise

Bankenwerte zählten angesichts der Schuldenkrise einmal mehr zu den größten Verlierern. So sanken die Titel der Deutschen Bank um 1,66 Prozent auf 38,270 Euro und Commerzbank um 1,17 Prozent auf 5,841 Euro. Im MDax wurden Titel der Aareal Bank Bank gemieden, die um 2,35 Prozent auf 20,950 Euro fielen. Laut Analyst Konrad Becker von Merck Finck sei immer noch unklar, inwiefern private Investoren an der Sanierung der Staatshaushalte beteiligt werden könnten.

Die Aktien der Postbank sanken um 0,29 Prozent auf 23,960 Euro. Die Deutsche Bank übernimmt wie erwartet die Mehrheit an dem Institut und stärkt damit ihr Geschäft mit Privatkunden. Mindestens 70 Prozent der freien Postbank-Aktionäre nahmen das seit 7. Oktober laufende Übernahmeangebot an.

Springer leidet unter Medienbericht

Nach zwei positiven Analysteneinstufungen rückten Papiere von ThyssenKrupp an die Dax-Spitze, sie verteuerten sich um 1,82 Prozent auf 30,700 Euro. Die Aktien der Merck KGaA gingen nahezu unverändert mit plus 0,02 Prozent bei 61,04 Euro aus dem Handel. Und das, obwohl der Pharma- und Chemiekonzern in den USA weiter auf die Zulassung seines Hoffnungsträgers Cladribin, einer Tablette zur Behandlung Multipler Sklerose, warten muss.