Whistler (dpa) - Die deutschen Bobfahrer sind auch nach dem Rücktritt von André Lange und der Verletzungspause des Olympia- Zweiten Thomas Florschütz das Maß der Dinge. So sorgte Auftaktsieger Manuel Machata vom SC Potsdam bei seinem Weltcup-Debüt für einen Paukenschlag.

Auf der gefährlichen Olympia-Bahn in Whistler verwies der gebürtige Berchtesgadener mit Anschieber Andreas Bredau Lokalmatador Lyndon Rush sowie den zeitgleichen Königsseer Karl Angerer mit Christian Friedrich an der Bremse auf Rang zwei. Maximilian Arndt und Martin Putze aus Oberhof komplettierten als Fünfte das starke Mannschaftsresultat des Teams von Cheftrainer Christoph Langen.

Der 26-jährige Machata, der im Olympia-Jahr trotz überragender Leistungen in der internen Qualifikation vom Verband noch ausgebremst wurde, war nach seinem ersten Weltcup-Sieg im ersten Rennen überglücklich, denn das hatte vor ihm noch keiner geschafft. «Ich glaube es nicht, noch kann ich es kaum realisieren. Wichtig für mich und meine Jungs war, dass wir es endlich allen beweisen konnten», sagte der zweifache Junioren-Weltmeister und hatte es dann eilig: «Jetzt müssen wir ins Bett, das Vierertraining steht morgen in der Früh wieder an.»

Zufrieden und vor allem erleichtert war Christoph Langen, der als Cheftrainer ebenfalls einen gelungenen Einstand hatte. «Ich hatte zuletzt immer wieder gesagt, die junge Garde braucht nur eine Chance. Dieses Vertrauen hat sich nun ausgezahlt.» Langen hatte die Nachwuchspiloten Machata und Arndt in den letzten Jahren schon im Europacup betreut, nun sollen sie bis Olympia 2014 in Sotschi in die Weltspitze vorstoßen. «Wir wollen nicht nur einen Siegfahrer, wir wollen in der Breite gut aufgestellt sein», meinte Langen, der mit Olympiasieger Kevin Kuske, dem Olympia-Zweiten Florschütz und Richard Adjei noch hochkarätige Kufen-Cracks in der Hinterhand hat.

Die Rolle des Routiniers füllt auch Karl Angerer glänzend aus. Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf Rang fünf, katapultierte sich aber dann mit einem fulminanten zweiten Durchgang und Laufbestzeit noch aufs Podium und unterstrich damit ebenfalls seine Ambitionen als Siegfahrer. «Es ist eine völlig neue Situation für mich, bis jetzt war ich immer einer der Jungen, der die Alten bezwingen wollte, jetzt bin ich der Alte und muss die Jungen zurückhalten. Aber ich denke, ich komme mit der Rolle gut zurecht», sagte der 31-Jährige.

Im Skeleton der Frauen siegte Marion Thees aus Oberhof, die 2009 noch unter ihrem Mädchennamen Trott Weltmeisterin wurde. Sie verwies auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Lokalmatadorin Melissa Hollingsworth mit fast einer halben Sekunde Vorsprung auf Rang zwei. Die Olympia-Dritte Anja Huber aus Berchtesgaden wurde Dritte, Katharina Heinz von der RSG Hochsauerland belegte Rang acht. «Meinen großen Respekt an Marion. So ein Rennen, gegen diese Topstarterinnen, muss man erst mal gewinnen. Marion ist wirklich eine außergewöhnlich gute Fahrerin», lobte Bundestrainer Jens Müller.