Berlin (dpa) - Erst kommt der Spaß, dann das Vergnügen: Nur wenige Stunden nach seiner Berliner Ehrenrunde will Sebastian Vettel beim Rennen der Meister mit Kumpel Michael Schumacher für einen weiteren Rekord sorgen.

«Das ist ein doppeltes Programm», meinte der gut aufgelegte Formel-1-Weltmeister Vettel bei einer Pressekonferenz in der Düsseldorfer Esprit Arena zu seinem Samstags-Stundenplan. Ebenso wie die Show am Brandenburger Tor in Berlin will er auch den Auftritt beim Race of Champions in Düsseldorf in vollsten Zügen genießen: «Mit dem WM-Titel im Rücken ist das was ganz Besonderes», sagte der Hesse.

Vettel nutzte im Gegensatz zu Schumacher schon das Training am Freitag zur Einstimmung auf das Spektakel. «Auch wenn das Race of Champions in allererster Linie eine Spaßveranstaltung ist, so sind wir Rennfahrer am Ende doch alle gleich: Wenn wir einmal im Auto sitzen, wollen wir auch gewinnen!», sagte der Formel-1-Champion. Allerdings leistete sich Vettel auch einen Ausritt: «Ich hab' die Kurve nicht gekriegt», sagte er grinsend. Kollege und Kumpel Schumacher konnte dagegen aus Zeitgründen noch keine Runde auf dem engen Parcours drehen.

Dem deutschen Duo gelang bereits dreimal in Serie der Sieg in der Nationenwertung, kurz vor Mitternacht soll der vierte Streich folgen. Am Sonntag kann Vettel dann vielleicht schaffen, was Schumacher bei mehreren Versuchen versagt blieb: Champion der Champions in der Einzelwertung zu werden. «Das ist ein schöner Pokal, eine Herausforderung für alle», meinte Vettel mit Blick auf die Trophäe für den Meister der Meister.

«Sorry» habe ihm Schumacher aber schon zugeflüstert, der 41- Jährige will sie selbst endlich einheimsen. Wie gut sich die beiden aber tatsächlich verstehen, zeigte auch die herzliche Begrüßung Schumachers für Vettel samt Umarmung. «Wir sehen uns als Menschen und nicht, was der eine erreicht hat oder nicht», sagte der Kerpener über die Freundschaft mit dem 18 Jahre jüngeren Vettel, für den die Reiserei in Sachen Raserei schier kein Ende nimmt.

Am Samstagmittag erfüllt er sich den Wunsch, mit einem Formel-1- Auto in Berlin zu fahren. Sorgen bereitet ihm einzig das winterliche Wetter. «Hoffentlich fällt kein Schnee, Spikes haben wir keine», scherzte der 23-Jährige. Von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr wird Vettel auf der Straße des 17. Juni mit seinem RB6 Gas geben. «Ehrlich gesagt, ich freue mich wie ein kleiner Junge», verriet Vettel. «Das wird Weltklasse.»

Der Spaßfaktor soll auch fünf Stunden später nicht zu kurz kommen. «Das ist es, warum wir hier sind: Spaß haben und eine Herausforderung zu haben», erklärte Schumacher. Der siebenmalige Weltmeister wird in der Einzelwertung auf den viermaligen Champion Alain Prost treffen, der mit 55 Jahren der älteste Teilnehmer sein wird. «Leute wie Michael und Sebastian sind an diese Art von Rennen und Strecke gewöhnt», meinte er. Vettel muss sich zuerst mit Nascar-Star Carl Edwards messen.