Leipzig (dpa) - Das offizielle Porträt von Papst Benedikt XVI. ist am Freitag in Leipzig erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden. Es ist Teil der Ausstellung «Verwandlung der Götter» des Malers Michael Triegel, die bis Anfang Februar im Museum der Bildenden Künste gezeigt wird.

Triegel (41) hat den Heiligen Vater im Auftrag der Diözese Regensburg porträtiert. Sie gestattete, das Werk zuerst in des Malers Heimat Leipzig zu zeigen, bevor es dann nach Regensburg kommt.

«Mein Ziel, mein Wunsch war es, keine Ikone zu malen», sagte der Künstler. Im Atelier habe er versucht, «nicht pausenlos zu denken: Du malst jetzt 2000 Jahre Christentum und 500 Jahre Kunstgeschichte. Sondern Du malst einen Menschen, einen Hochintellektuellen, der auch Papst ist, Du malst aber auch einen 83-Jährigen».

Triegel ist ein Vertreter der Neuen Leipziger Schule. In Regensburg wurde man auf ihn durch ein «sehr naturnahes» Gemälde einer Äbtissin aufmerksam, berichtete Hermann Reidel vom Diözesanmuseum. 2009 wurde dann der Auftrag erteilt, den Papst zu malen. Eine Porträtsitzung mit Benedikt XVI. konnte nicht organisiert werden, aber Triegel fuhr zu einer Generalaudienz nach Rom.

Rund 70 Triegel-Werke sind in der Ausstellung «Verwandlung der Götter» zu sehen. Es ist die bislang umfangreichste Schau des 41-Jährigen. Sie gibt einen Überblick über sein Schaffen seit 1994. Auch wenn Triegel sich nicht auf das Papstbild reduzieren lassen will: Dass Benedikt XVI. nicht unzufrieden mit seinem Porträt war, erwähnt er dann doch. Ein nach Rom gesandtes Foto des Werkes hat der Heilige Vater mit Unterschrift und Siegel versehen.

Bei aller Aufregung um das Papstbild bleibt Triegel, dessen Werk von mythologischen und christlichen Sujets durchzogen ist, gelassen: Auch wenn es ein besonderer Auftrag gewesen sei - Benedikt XVI. sei «ein Bild von 330, die ich gemalt habe».

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