Berlin (dpa) - VZlog, ein erfolgreiches Blog für Jugendliche innerhalb der VZ-Netzwerke, zieht als erstes Internet- Angebot Konsequenzen aus dem geplanten Jugendmedienschutz- Staatsvertrag.

Nach dem Inkrafttreten der neuen Jugendschutzregeln im Internet sehen die Betreiber für sich keine Option mehr, das Internet-Blog sinnvoll weiterzubetreiben, heißt es in einem aktuellen Betrag. VZlog solle deshalb am 31. Dezember geschlossen werden. «Dies bedeutet, dass keine neuen Artikel erscheinen und auch kein Archiv verfügbar sein wird», heißt es in der Mitteilung.

Nach der Neufassung des Jugendmediendienste-Staatsvertrags (JMStV) sollen ab 2011 alle Anbieter ihre Websites auf jugendgefährdende Inhalte hin überprüfen und das Angebot entsprechend mit einer Altersfreigabe deklarieren oder die Inhalte nur Nutzern ab einem bestimmten Alter zugänglich machen. Bei Zuwiderhandlung soll ein Bußgeld verhängt werden. Die Bundesländer wollen mit der Novellierung der Rechtsgrundlage der Entwicklung Rechnung tragen, dass Internet, Rundfunk und Fernsehen immer mehr zusammenwachsen.

Die Betreiber hätten das VZlog seit drei Jahren als erfolgreichen Beitrag zur dringend nötigen Förderung der Medienkompetenz von Jugendlichen verstanden. Unter der neuen Rechtsgundlage gebe es allerdings nur drei Optionen, die für das VZlog allesamt nicht realisierbar seien. Eine Altersverifikation oder eine Beschränkung der «Sendezeiten» kämen nicht infrage, «da sie aus finanziellen und technischen Gründen nicht umsetzbar sind».

Die dritte Option der Alterskennzeichnung sei schließlich überhaupt nicht realisierbar. «Wir müssten diese Einschätzung selbst vornehmen und könnten uns keine Experten auf diesem Gebiet leisten, die alle 845 Artikel, 1218 Medieninhalte und 15797 Kommentare bewerten», so die Betreiber in ihrer Stellungnahme. Das gesamte Blog erst ab 18 Jahre freizugeben, sei unmöglich, da über 70 Prozent der Leser unter 18 Jahre alt seien.

VZlog in eigener Sache