Berlin (dpa) - Sylvia Schenk, die Sportbeauftragte der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International, hat eine lückenlose Aufklärung des Bestechungsskandals durch den Fußball-Weltverband FIFA gefordert.

«Aufräumen in der FIFA ist jetzt dringend geboten. Ein Aussitzen eines solchen Falles ist nicht mehr möglich. Man muss jetzt ganz grundsätzlich heran gehen und eine strukturelle Erneuerung des Weltverbandes anstreben», forderte die frühere Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), die zugleich im Vorstand von Transparency Deutschland arbeitet, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

«Ich möchte jetzt nicht in Sepp Blatters Haut stecken. Jede Entscheidung, um wieder eine stabile Lage herzustellen, birgt jetzt ihre Risiken», fügte sie hinzu. So weit wie ihre Schweizer Kollegen, die sogar die Verschiebung der Wahl der WM-Ausrichter von 2018 und 2022 forderten, geht Schenk nicht. «Man muss daran denken, dass auch die Bewerber alles auf diesen Termin abgestellt haben. Es wäre jetzt gleichfalls ein großes Risiko, diese Wahl bis zur Aufklärung der jüngsten Vorwürfe in ein, zwei oder vielleicht vier Monaten zu verschieben. «Mit der Vergabe haben die aktuellen Vorwürfe ja nichts zu tun», sagte Sylvia Schenk.

Die Transparency Schweiz hatte die FIFA aufgefordert, die WM- Vergabe zu vertagen, bis die Anschuldigungen geklärt sind. Die Untersuchung müsse von einem unabhängigen Gremium durchgeführt werden, die Ethik-Kommission der FIFA bringe aus Sicht der Schweizer nicht das erforderliche Maß an Unabhängigkeit mit.

Ein Verschiebung des Termins sei allerdings zwingend erforderlich, sobald sich die Korruptions-Vorwürfe direkt auf die Vergabe der Titelkämpfe bezögen, sagte Sylvia Schenk. «Wenn irgendwelche Vorwürfe bekanntwerden, dass da Geld aus England, Russland oder einem anderen Land an eine der 22 entscheidenden Personen geflossen ist, kann die Wahl nicht stattfinden.»