Berlin/Halle (dpa) - Der Chaos Computer Club hat davor gewarnt, dass künftig auch ärztliche Diagnosen oder Strafakten ihren Weg in das Internet finden könnten. Er teile die Befürchtungen des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, sagte CCC-Sprecher Dirk Engling dem Radiosender MDR INFO am Dienstag.

Seit vielen Jahren nähmen die Datenmengen, die bei staatlichen und privaten Stellen gesammelt würden, beständig zu. Und damit steige auch die Gefahr, dass jemand Daten, die in großen Mengen herumlägen, mitnehme. «Man denke sich nur, dass der gesamte Datensatz, der jetzt bei Wikileaks veröffentlicht worden ist, auf eine SD-Karte von der Größe eines Fingernagels draufpasst.»

Seit langem seien es nicht mehr nur Hacker, die Daten mitnähmen. Engling verwies in diesem Zusammenhang auf das Thema Industriespionage: «Innentäter sind seit jeher das große Gefährdungspotenzial, und nicht Hacker, die von draußen das System infiltrieren.» Wenn man in einem Betrieb schon den Mitarbeitern Daten zugänglich machen müsse, sollte man diese Daten wenigstens nicht für ewig herumliegen lassen.

Deshalb rufe der Club seit 20 Jahren zur Datensparsamkeit auf. Derzeit sei im öffentlichen Raum aber eine Datensammelwut ausgebrochen. «Unser Innenministerium sammelt ja auch an allen Stellen, versucht über die Vorratsdatenspeicherung auch noch intimste Details über das Kommunikationsverhalten der Bürger zu sammeln.» Und wenn dies dann in den Datenbanken herumliege, bestehe immer die Gefahr, dass das in die falschen Hände gerate und veröffentlicht werde.

Chaos Computer Club