Berlin (dpa) - Die Zeitungsverleger in Deutschland haben die Einleitung eines EU-Verfahrens gegen das Internet-Unternehmen Google als wichtiges Signal begrüßt. «Wir werten die Entscheidung in Brüssel als Ermutigung und als klares Zeichen dafür, dass die erhobenen Vorwürfe nicht aus der Luft gegriffen sind».

Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Der Verlegerverband habe das Bundeskartellamt Anfang des Jahres über eigene Bedenken zu Google-Angeboten informiert, sagte Wolff. «Im Grunde decken sich die Vorwürfe zumindest teilweise.»

Neben Fragen zur Ermittlung der Suchergebnisse geht es den Zeitungsverlegern vor allem um das Urheberrecht. «Der Stein ist jetzt ins Rollen gekommen und nimmt mit Sicherheit Fahrt auf», sagte der Verbandsgeschäftsführer. «Es geht nicht gegen Google, es geht um einen fairen Wettbewerb und eine faire Behandlung der Anbieter von Inhalten.»

Die EU-Kommission verdächtigt Google, bei der Online-Suche Ergebnisse manipuliert und Konkurrenten benachteiligt zu haben. Europas Wettbewerbshüter haben deshalb ein Missbrauchsverfahren eingeleitet - falls sich die Vorwürfe erhärten, droht dem Konzern ein hohes Bußgeld. Der EU-Kommission liegen vier Beschwerden von Google-Konkurrenten vor, die sich benachteiligt sehen. So wurden Anfang Februar die britische Preisvergleichs-Website Foundem, die Justizsuchmaschine ejustice.fr und das zu Microsoft gehörende deutsche Verbraucherportal Ciao vorstellig. Ciao hatte zuvor auch beim Bundeskartellamt Beschwerde eingereicht.