Washington (dpa) - Die kosmische Begegnung zwischen der Weltraumsonde «Deep Impact» und dem Kometen Hartley 2 hat Forschern bereits erste Erkenntnisse geliefert.

Nach dem Rendezvous am Donnerstag mit der gewaltigen Geschwindigkeit von 44 000 Stundenkilometern habe man neue Informationen über das Volumen des Schweifsterns und über das aus seiner Oberfläche strömende Material gewonnen, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit.

Die Aufnahmen der Mission ließen bereits darauf schließen, dass Hartley 2 hundertmal weniger Volumen als der Schweifstern Tempel 1 habe, hieß es. Auf diesen Kometen hatte «Deep Impact» 2005 in einer spektakulären Aktion ein Projektil geschossen.

«Erstmals sind wir vielleicht in der Lage, Aktivität (des Kometen) mit verschiedenen Eigenschaften des Kerns in Verbindung zu bringen», sagte der Chefwissenschaftler der Mission, Michael A'Hearn. «Wir haben jetzt alle Hände voll zu tun. Die Bilder sind voller Kometen- Daten, genau darauf hatten wir gehofft.»

NASA-Chef Charlie Bolden sagte, die Bilder der Begegnung und andere wissenschaftliche Erkenntnisse sollten beitragen, neue Einblicke in die Entstehung des Sonnensystems zu gewinnen. «Forscher werden damit über Monate und Jahre beschäftigt sein.» Während sich die Sonde immer weiter von dem Kometen entfernt, wird sie über die nächsten drei Wochen weiterhin Bilder vom Kometen liefern.

Die NASA-Sonde war durch die Gas- und Staubwolke des Schweifsterns geschossen, die sogenannte Koma. Dabei näherte sie sich dem gurkenförmigen Kometenkern bis auf 700 Kilometer. Nach acht Minuten Durchflug meldete sich «Deep Impact» unbeschadet zurück. Nur knapp eine halbe Stunde später trafen dann die ersten spektakulären Fotos von der Begegnung nach einer 37 Millionen Kilometer weiten Reise auf den Computerbildschirmen der Wissenschaftler ein.

Die als schmutzige Schneebälle bezeichneten Kometen sind Mischungen aus Eis und Staub und enthalten oft besonders viel urtümliche Materie aus der Entstehungszeit des Sonnensystems.