Redmond (dpa) - Cloud Computing ist gut für die Umwelt - das zumindest ist das Ergebnis einer von Microsoft in Auftrag gegebenen Studie. Je kleiner ein Unternehmen sei, umso mehr steige das Einsparpotenzial. Eine Firma mit rund hundert PC-Mitarbeitern könne ihre CO2-Bilanz sogar um bis zu 90 Prozent drücken.

Mit Software, E-Mails und Daten, die statt auf den eigenen Rechnern im Internet genutzt und vorgehalten werden, könnten große Unternehmen ihren Energiebedarf und CO2-Ausstoß um rund 30 Prozent senken, berichtete der Softwarekonzern am Freitag.

Für Microsoft besteht das Kerngeschäft traditionell aus dem Verkauf von Software, die lokal auf den Rechnern installiert wird. Mit dem wachsenden Trend zum Cloud Computing bietet auch Microsoft inzwischen zahlreiche seiner Anwendungen für die Nutzung in der Internet-«Wolke» an.

Erst diese Woche präsentierte Microsoft seine Office-Suite unter dem Namen «Office 365» als Abo-Anwendung auch für den deutschen Markt. Damit lassen sich Programme wie Word, Excel oder Powerpoint in abgespeckter Form von jedem beliebigen Rechner aus im Browser nutzen. Microsoft reagiert damit direkt auf Rivalen wie Google. Der Suchmaschinenspezialist bietet - für private Nutzer kostenlos - mit seinen Google Apps zum Beispiel Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Kalender oder E-Mail über das Internet an und dringt damit direkt in das Kerngeschäft von Microsoft vor.

Die Studie hatte Microsoft bei der Unternehmensberatung Accenture und der Beratungsgesellschaft WSP Environment & Energy in Auftrag gegeben. Dabei wurde der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß pro Nutzer gemessen, anhand von Microsoft-Anwendungen wie Exchange, SharePoint und der Kundenverwaltungssoftware Dynamics, die Microsoft inzwischen auch als Cloud-Anwendung anbietet.