Shanghai (dpa) - Der deutsche Golfstar Martin Kaymer kommt bei der WGC Championship in Shanghai langsam besser in Schwung: Mit seiner 69er Runde und insgesamt 141 Schlägen (72+69) verbesserte sich der 25-Jährige aus Mettmann um 17 Plätze auf den geteilten 18. Rang.

Im Wettrennen um Platz eins in der Weltrangliste behauptete der neue Klassenprimus Lee Westwood (136-66+70/England) Platz zwei auf dem Par-72-Kurs im Sheshan GC hinter dem führenden Italiener Francesco Molinari (135-65+70). Tiger Woods (140-68+72/USA), am Montag als Nummer eins abgelöst, teilte sich Platz neun mit seinem schlaggleichen Landsmann Phil Mickelson (140-69+71).

«Wenigstens sind meine Schläge belohnt worden und das Putten hat endlich besser geklappt», meinte Kaymer nach der ersten Runde unter 70 Schlägen seit Wochen. Am Vortag benötigte Kaymer noch 31 Putts und drückte die schwache Quote in Runde zwei auf nur noch 27. Damit fand der Longhitter auch zu seiner eigentlichen Stärke im Match zurück und baute sein sichtlich angekratztes Selbstvertrauen für die Schlussrunden im Sheshan GC weiter auf. In der Genauigkeit der Abschläge zählte er zu den drei Tagesbesten unter den 78 Spielern.

Auch seine Körpersprache machte nach vier Birdies bei nur noch einem Bogey auf dem Par 72-Kurs deutlich, dass das kurze Formtief nach vier Saisonsiegen überwunden scheint. Bis auf sechs Schläge schob sich Kaymer an seinen allein führenden Ryder Cup-Kollegen Molinari heran, der die Konkurrenz mit seiner Konstanz überraschte. Der größte Sprung in die Spitzengruppe gelang «The Big Easy» Ernie Els (137-72+65/Südafrika) um 32 Plätze auf den geteilten Rang drei.

Seitdem der Engländer Nick Faldo als letzter Europäer die Golf- Hackordnung 1994 angeführt hatte, waren nicht mehr gleich vier Profis in einem Turnier in der Lage, Spitzenreiter zu werden - Woods hatte die Rangliste 281 Wochen lang dominiert. Um als erster Deutscher nach Bernhard Langer die Nummer eins werden zu können, müsste Kaymer am 7. November im Finale vor seinen drei Hauptkonkurrenten Westwood, Woods und Mickelson liegen und dabei unter die Top 20 in Shanghai kommen.

«Mein Score hätte schlechter, aber auch um einiges besser sein können», meinte Woods, der sich nach seinem 66er Auftakt mit 72 Schlägen über die Runde quälte. Sein Schwung ist seit dem Training mit dem neuen «Guru» Sean Foley zwar besser, hat aber immer noch nicht die Konstanz, die ihn über 13 Jahre zur Nummer eins gemacht hatte. Titelverteidiger Mickelson ist wegen persönlicher Probleme ebenfalls weiter auf der Suche nach seinem Gleichgewicht. Für den Linkshänder ist es der 13. Anlauf nacheinander, um erstmals die Nummer eins zu werden.