Sao Paulo (dpa) - Formel-1-Pilot Mark Webber hat kein Problem damit, dass er in der Öffentlichkeit für viele hinter seinem elf Jahre jüngeren deutschen Teamkollegen Sebastian Vettel steht.

«Die Wahrnehmung ist offensichtlich, dass Sebastian 'boom, boom, boom' der neue Star ist. Das ist normal, dorthin geht die Emotion», sagte der 34 Jahre alte Red-Bull-Pilot aus Australien in einem Interview der Nachrichtenagentur APA. «Wenn ich 24 wäre, wäre es vielleicht anders. Aber das ist die Natur des Menschen, das sind die Medien, der Sport», meinte Webber.

Er räumte ein, dass es für die Teamleitung keine leichte Aufgabe ist, beide Piloten ins WM-Rennen bis zum Ende zu schicken. «Es ist nicht einfach, wenn man zwei Fahrer vorne hat», sagte der WM-Zweite (220 Punkte). Vettel ist vor dem Großen Preis von Brasilien an diesem Sonntag Vierter (206).

An der Spitze liegt Ferrari-Fahrer Fernando Alonso. Der Spanier kann auf dem Kurs in Interlagos vorzeitig Weltmeister werden. Er hat 231 Zähler auf dem Konto. Auf Rang drei lauert Ex-Weltmeister Lewis Hamilton (210/McLaren- Mercedes). Titelverteidiger Jenson Button im zweiten McLaren ist praktisch abgeschlagen (189).

An der Strecke in Sao Paulo gab Webber zu Protokoll, dass aus technischer Sicht alles sehr gut läuft. Auf Nachfragen, wie es mit dem emotionalen Rückhalt stehe, entgegnete der Australier: «Das ist offensichtlich, nicht wahr?» Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hatte jüngst erklärt: «Es ist lediglich eine Geschmacksfrage, ob man lieber mit 'Jung-Siegfried' oder 'Winnetou' in den Krieg ziehen möchte.» Auf eine interne Rangfolge der beiden Fahrer will sich das Team weiterhin nicht festlegen.